In der italienischen Hauptstadt fand die erste nationale Konferenz ihrer Art zur Seelsorge für LGBT-Menschen statt. Rund 200 Personen nahmen daran teil, darunter hochrangige Kirchenvertreter. Wir erklären, warum dies für die katholische Kirche ein revolutionäres Ereignis ist, wie die Bischöfe die Regeln für die Arbeit mit Gläubigen ändern wollen und was Pfadfinder und Theologie damit zu tun haben.
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Was ist im Allgemeinen passiert?
Am Freitag, 4. September 2026, fand in Rom eine Veranstaltung statt, die von den Organisatoren als historisch bezeichnet wird. Im Hauptsaal der Generalkurie der Gesellschaft Jesu (des Jesuitenordens) versammelten sich rund 200 Personen — überwiegend katholische Priester sowie Vertreter der größten Vereinigungen von Gläubigen.
Die wichtigsten Teilnehmer des Treffens waren zehn italienische Bischöfe, die sich in ihren Diözesen unmittelbar um die Arbeit mit LGBT-Menschen kümmern. Der Sekretär der Gesellschaft Jesu, Antoine Verhulst, begrüßte die Gäste im Hauptquartier der Jesuiten, und ein offizieller Vertreter des Episkopats überbrachte persönliche Grüße von Kardinal Matteo Zuppi, dem Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz.

Und was wurde dort besprochen? Ist die Kirche nicht gegen LGBT?
In den vergangenen Jahren hat sich die Haltung zu diesem Thema innerhalb der katholischen Gemeinschaft Italiens gewandelt, auch wenn dieser Weg von „Schwierigkeiten und Verzögerungen“ begleitet wird. Auf der Konferenz berichteten die Bischöfe von vier Diözesen – Florenz, Bari, Cremona und Chiavari – über ihre Erfahrungen („Best Practices“). In diesen Regionen ist die Seelsorge für LGBT-Menschen bereits zu einem selbstverständlichen Teil des Alltags in den Pfarreien und diözesanen Strukturen geworden.
Es geht um den Übergang von der bloßen „Überwindung von Diskriminierung“ hin zur vollständigen Anerkennung und Integration von LGBT-Menschen in kirchliche Programme, die Ausbildung von Mitarbeitenden und den kirchlichen Dienst. Dafür sprachen sich auch die führenden Vertreter wichtiger katholischer Bewegungen Italiens aus, darunter die italienischen Pfadfinder (AGESCI), die Katholische Aktion (ACI), der katholische Studentenverband (FUCI) und die Fokolarbewegung.
Wie wird das aus Sicht des Glaubens erklärt?
Einen der Hauptvorträge hielt der Moraltheologe Luca Lunardon. Er berief sich auf die Schlussfolgerungen der Bischofssynode und das sogenannte „Prinzip der Pastoralität“. Dahinter steht der Gedanke, dass die Kirche die Fähigkeit entwickeln muss, neue Realitäten, die die traditionelle Theologie herausfordern, zu verstehen, anzunehmen und zu integrieren, damit das Evangelium für die Menschen von heute verständlich bleibt.
Was wird sich jetzt ändern?
Die Konferenz war mehr als nur eine Absichtserklärung. Als Ergebnis des Treffens wurde bekannt, dass die italienische Bischofskonferenz nun offiziell konkrete Richtlinien ausarbeiten wird. Bischof Giampaolo Dianin, der in der Italienischen Bischofskonferenz für diesen Bereich zuständig ist, wird eine spezielle Arbeitsgruppe leiten. Sie soll offizielle Leitlinien für die Seelsorge an LGBT-Menschen.
Für die traditionsbewusste Kirche in Italien, in der solche Initiativen früher mit Zurückhaltung aufgenommen wurden, ist eine offene Diskussion unter Beteiligung von Bischöfen, die von ihren persönlichen Erfahrungen mit der Integration von LGBT-Menschen in das Gemeindeleben berichten, ein gewaltiger Schritt nach vorn.
Nach Materialien der Publikation “Outreach, eine katholische LGBTQ-Ressource“.
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