Andrew Scott spielt in dem neuen Film „Elsinore“ den schottischen Schauspieler Ian Charleson. Der Film erzählt von Charlesons letzten Lebensmonaten, als er 1989, bereits schwer an Aids erkrankt, am National Theatre die Rolle des Hamlet übernahm.
Charleson war durch die Filme „Die Stunde des Siegers“ und „Gandhi“ bekannt. Er starb 1990 im Alter von 40 Jahren. Seine letzten Auftritte in „Hamlet“ wurden später zu einem der bekanntesten Kapitel seiner Theaterbiografie.
Für den offen schwulen Schauspieler Andrew Scott war diese Rolle besonders persönlich. Er sagt, er habe Charlesons Geschichte nicht in eine weitere Tragödie verwandeln wollen, in der es ausschließlich um Aids geht. Ihm sei es wichtiger gewesen, einen Menschen zu zeigen, der weiterarbeitete, scherzte und lebte, obwohl er sich der Schwere seiner Erkrankung bewusst war.
Darin liegt auch eine offensichtliche Parallele zwischen den Generationen. Charleson baute seine Karriere in den 1980er-Jahren am britischen Theater auf, als ein öffentliches Coming-out die berufliche Laufbahn ernsthaft beeinträchtigen konnte. Scott outete sich 2013 und spielt nun nicht nur Charleson, sondern ist auch als Produzent des Films tätig.
„Elsinore“ eröffnet am 7. Oktober das London Film Festival. Weitere Rollen spielen Olivia Colman, Billie Piper, Johnny Flynn, Luke Thompson und Joe Locke.
Es ist mehr als nur die Geschichte darüber, wie ein schwuler Schauspieler einen anderen spielt. Zwischen ihnen liegen fast vierzig Jahre – und eine ziemlich anschauliche Geschichte darüber, wie sich die Situation offen queerer Schauspieler in dieser Zeit verändert hat.
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