MTV stellte die Ausstrahlung in Großbritannien, Deutschland, Polen und mehreren anderen europäischen Ländern ein. Zum Beispiel schlossen in Großbritannien MTV Music, MTV 80s, MTV 90s, Club MTV und MTV Live am 31. Dezember. Nur MTV HD, wo hauptsächlich Reality-Shows ausgestrahlt werden, wird weiterhin funktionieren. Der Grund dafür ist laut Broadband TV News ein Rückgang des Interesses an Musikkanälen angesichts der wachsenden Beliebtheit von YouTube und TikTok. In anderen europäischen Ländern sind auch die regionalen Versionen von MTV und verwandten Kanälen eingestellt.
Von einer Reality-Show mit einem HIV-positiven Helden zu einer Show mit Drag Queens entwickelte sich MTV von einem "Clip-Kanal" zu einem Ort, an dem sich queere Kultur zu Hause fühlte. Die Geschichte des Fernsehsenders, der einst einen HIV-positiven schwulen Mann im Fernsehen zeigte, Drag Queens auf die Bühne brachte und Teenagern beibrachte, dass Anderssein ebenfalls die Norm ist, neigt sich dem Ende zu. Die Ironie ist, dass während Politiker auf der ganzen Welt darüber stritten, ob schwules Küssen im Fernsehen gezeigt werden dürfen, MTV nur den nächsten Clip zeigte – und es gab wieder zwei Männer, die sich zu Synthwave küssten.
Doberman Media erinnert sich daran, wie MTV die Wahrnehmung von LGBT+-Personen verändert hat und warum es bis heute wichtig ist.
📺 1994. Eine Reality-Show, in der das Leben eines HIV+ schwulen Mannes zum ersten Mal gezeigt wurde
In den 90ern war MTV ein kulturelles Phänomen, nicht nur ein Strom von Clips.
Er entwickelte Identitäten – laut, tollpatschig, aufrichtig. MTV zeigte, was zuvor nicht gezeigt worden war: Emotionen, Körper, Leidenschaft – und Liebe, die nicht in luftige Standards passten.
1994 wurde Pedro Zamora, ein Mitglied der Die reale Welt: San Francisco, offen schwul, lebt mit HIV. Er predigte nicht, er lebte einfach. Und das veränderte das Fernsehen: Zum ersten Mal sahen die Zuschauer kein "Problem", sondern eine Person.
🎬 2001. Ein Film über Hass und 17 Stunden Stille
MTV veröffentlicht TV-Film Anatomie eines Hassverbrechens – die Geschichte des Mordes an Matthew Shepard, einem jungen schwulen Mann aus Wyoming. Nach der Premiere wurde der Sender still.
Wörtlich: 17,5 Stunden lang lief eine Liste mit Namen von Opfern von Homophobie. Für einen Musiksender, der an Britneys Videos gewöhnt war, wirkte das wie eine laute und sehr politische Geste.
💊 Programme über Sex, HIV und Realität
MTV hat eine Initiative gestartet Am Leben bleiben – eine weltweite Kampagne zu Safer Sex und HIV-Prävention. Sie drehten Dokumentarfilme, vergaben Aktivisten Fördergelder und verwandelten Tabus in Inhalte. Tatsächlich ist MTV plötzlich zu jemandem geworden, der Jugendlichen erklärt, worüber die Schule schweigt.
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📡 2004. MTV wollte einen schwulen Sender machen
Anfang der 2000er Jahre beschloss MTV, den ersten Fernsehsender für ein LGBT-Publikum zu starten. Nachrichten darüber kursierten in allen Agenturen, aber das Projekt endete irgendwo zwischen Viacom Excel-Tabellen und Werbeberichten.
Dennoch ist die bloße Idee — "Ein Kanal für diejenigen, die normalerweise nicht ins Bild gerufen werden" – klang schon nach einer Herausforderung für diese Zeit.
🪩 MTV Pride und saisonale Umbenennung
In Großbritannien wurde MTV von Zeit zu Zeit zu einem MTV Pride. Sie haben einfach das Logo, die Playlist geändert – und den ganzen Juli gab es eine Parade mit Lady Gaga, Troye Sivan und Charli XCX. Es war kein Rebranding, sondern vielmehr ein "Music Pride Mode": ein TV-Pride-Monat für diejenigen, die YouTube nicht verlassen.
💅 2020er Jahre: Drag Queens auf der Bühne und Flaggen auf VMAs
MTV scheint längst kein Musiksender mehr zu sein, aber bei seinen Preisverleihungen macht es immer noch eine Sendung, die lauter spricht als die Nachrichten.
Bei den VMAs 2024 ist die Sängerin Chappell Roan, Open Lesbian, erhielt den Preis Bester neuer Künstler und widmete es "allen queeren und trans Menschen, die Popmusik bewegen." Sie wurde vertreten durch Sasha Colby — Gewinner RuPauls Drag Race.
Ein Jahr später, auf der Bühne Ende Drag-Performer mit Sabrina Carpenter; die Slogans "Protect Trans Rights" erschienen im Fernsehen. Es sah gleichzeitig wie eine Performance und ein Statement aus: MTV weiß immer noch, wie man seine Lautstärke einsetzt.

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