Und am wichtigsten: Wie verachtenswerte Kleidung aus dem Kleiderschrank provinzieller Väter zum Haupt-Ironie-Fetisch der modernen Mode wurde.
Wenn Sie jemals Streetstyle-Berichterstattung der letzten Staffeln eröffnet oder queeren Influencern gefolgt sind, ist Ihnen wahrscheinlich ein Detail aufgefallen. Nein, das sind keine Mikroshorts oder Festanzüge. Diese sind Jorts (бермуды) – diese weiten Jeansshorts bis zu den Knien oder zur Mitte der Wade, die vor fünf Jahren als absolutes Synonym für schlechten Geschmack galten.
Britisch GQ Veröffentlichung Es gibt viel Material darüber, warum die Jorts die Garderoben schwuler und queerer Männer übernommen haben. "Doberman Media" erzählt das Wesen dieses Textes mit Ironie, Camp und Dekonstruktion von Männlichkeit nach.

Inhaltsverzeichnis
Woher kamen die Jorts überhaupt und warum lachten alle über sie?
Historisch gesehen wurden Jorts mit zwei gleichermaßen unmodernen Extremen assoziiert. Erster Extrem: Dad Core Denn in solchen Shorts mähten amerikanische Familienväter traditionell sonntags Rasen und steckten ein T-Shirt in einen Gürtel. Das zweite Extrem: Läufer der 1990er JahreDer Denim drei Nummern größer trug.


Lange Zeit waren sich die Modebranche und die Gesellschaft insgesamt einig, dass Jorts ein Verbrechen gegen die Ästhetik seien. Aber genau deshalb zogen sie die queere Community an.
Was haben Camp und Ironie damit zu tun?
Mode für marginalisierte Gemeinschaften war schon immer ein Werkzeug für Performance und Schutz. Die queere Kultur war historisch geübt darin, die gewöhnlichsten, grotesksten oder hypermaskulinsten Dinge auf links zu stellen.
Das ist ein Klassiker Camp – die Ästhetik bewusster Übertreibung und Ironie.
Wenn etwas so schlecht ist, dass es gut wird, ist das das Gesetz des Genres.
Während heterosexuelle Mode jahrzehntelang auf dem Wunsch basiert, für das andere Geschlecht "solide" und ausgesprochen attraktiv auszusehen, erlaubt sich die queere Kultur den Luxus, lächerlich und experimentell zu sein. Weite Jorts brechen die Körperproportionen und weigern sich kategorisch, die Muskeln ihres Besitzers zu "verkaufen".
Entwicklung des Stils: von schlank zu völlig übergroß
Bis vor Kurzem bestand die Uniform progressiver Jungs aus engen Skinny Jeans und engen kurzen Shorts, was die Ergebnisse endloser Workouts im Fitnessstudio demonstrierte.


Aber die Welt hat sich verändert. Die moderne Generation entscheidet sich für Komfort und Androgynität. Starre Grenzen wurden durch Entspannung ersetzt: Kleidung muss niemandem mehr etwas beweisen. Riesige, hängende Jorts wurden zu einem Manifest der Freiheit von auferlegten Schönheits- und Körperstandards.
Nostalgie für Y2K und die Videoband-Ära
Wie bei den meisten aktuellen Trends wird die Besessenheit von Jorts von einer starken Nostalgie für die 90er und frühen 2000er Jahre befeuert.
Was als post-ironisches Meme in sozialen Netzwerken begann, wurde dank Catwalks und queeren Influencern schnell zu einem globalen Trend.
Kurz gesagt: Warum ist es wichtig?
Die Besessenheit queerer Männer von Jorts ist nicht nur ein Trend in Modemagazinen wie GQ. Diese sind Kulturkodex und den "Freund/Feind"-Marker. Es ist auch Eine Art des Selbstausdrucksund ersetzte langweilige Anstandsregeln durch einen reinen Sinn für Humor.
Und natürlich ist das eine echte Herausforderung für das System: Während Konservative weiterhin zusammenzucken bei dem Anblick lächerlicher Länge knapp unter dem Knie, beweist die Mode erneut, dass die Grenzen zwischen "schön" und "hässlich" nur in unseren Köpfen existieren.


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