Händler und Kaffeeröster reduzieren die Käufe von Rohstoffen massiv auf ein Minimum – die Branche erlebt einen starken Preisanstieg, schreibt Reuters. Der weltweite Kaffeehandel ist zum Erliegen gekommen.
Auf der Jahreskonferenz der National Coffee Association äußerten die Teilnehmer Schock über den 70-prozentigen Anstieg des Preises von Arabica-Futures, einem wichtigen Maßstab für globale Transaktionen.
Der Hauptgrund für die Krise ist der Rückgang der Produktion in den größten Kaffeeregionen, insbesondere in Brasilien, was zu einem Getreidemangel führte.
"Normalerweise sind wir zu diesem Zeitpunkt schon ausverkauft, aber jetzt haben wir nur 30 % der Produkte verkauft. Der starke Preisanstieg untergrub den Cashflow der Kunden — sie können sich einfach nicht das nötige Volumen leisten." — beschwert sich Renan Shueiri, Generaldirektor von ELCAFE C.A. (Ecuador).
Als Reaktion auf die Krise erweitern Produzenten aktiv Kaffeeplantagen in Indien, Uganda, Äthiopien und Brasilien. Wenn es Brasilien gelingt, mindestens eine große Ernte zu erzielen, könnte dies zusammen mit der neuen Fläche die Preise senken.
Was werden die Konsequenzen sein?
Wenn die Kaffeepreise hoch bleiben, werden die Verbraucher mit einem Anstieg der Getränkepreise in Cafés und Geschäften konfrontiert sein. Kleine Unternehmen, die auf eine stabile Kaffeeversorgung angewiesen sind, können Verluste erleiden oder schließen. Gleichzeitig können große Produzenten die Krise als Vorwand nutzen, um die Einzelhandelspreise zu erhöhen, selbst wenn die Rohstoffkosten im Laufe der Zeit sinken. Und wenn Brasiliens Ernte hinter den Erwartungen zurückbleibt, könnten hohe Preise für Jahre zur neuen Normalität werden.
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