Das neue Musikvideo des australischen Popstars ging mitten in der Veröffentlichung seines vierten Albums «She’s the Best» online. Wir erklären, warum der Song «FF» nicht bloß ein weiteres ästhetisches Musikvideo ist, das innerhalb eines Tages mehr als 1 Mio. Aufrufe erzielte, sondern ein Manifest der Einsamkeit in einer Zeit romantischer Erwartungen.
Gestern, am 9. Oktober, präsentierte Troye Sivan der Öffentlichkeit sein neues Album «She’s the Best», begleitet von der Premiere eines brandneuen Musikvideos zum Song «FF».
Die Veröffentlichung versetzte Fans und Musikkritiker sofort in Aufruhr. Während die vorherigen Singles des neuen Albums von treibenden Clubbeats und einem frechen Popsound geprägt waren, führt «FF» (dessen Titel ausgeschrieben «F*ing Forever») die Fans zurück zu den Wurzeln von Sivans Schaffen – zu jener schmerzlichen, zutiefst persönlichen queeren Melancholie, die vielen noch aus seinen frühen Werken in Erinnerung ist.
Über das Musikvideo „FF“ und seine Bedeutung
Die Bildsprache des Musikvideos lässt die Zuschauer in eine einzigartige Atmosphäre eintauchen. Gedreht wurde auf Fire Island – einem legendären amerikanischen Ferienort, der seit Jahrzehnten ein historischer Zufluchtsort und Anziehungspunkt der LGBTQ+-Kultur ist.
Die Bilder sind geprägt von der Ästhetik einer stillen Küste, sommerlicher Muße, gemütlichen Zimmern im Halbdunkel und eindringlichen, sehnsuchtsvollen Blicken. Neben Troye übernahm der Schauspieler Felix Mayr eine Hauptrolle in dem Musikvideo.
Sivan selbst beschreibt den Song mit schonungsloser Offenheit:
„Es ist ein Lied über die unendliche Liebe zu einem Mann, den ich noch gar nicht kenne. Zumindest glaube ich das. Es zeigt mich auf dem Höhepunkt meiner Sehnsucht nach Nähe – und erzählt davon, wie einsam es ist, jemanden zu lieben, der noch gar nicht in dein Leben getreten ist. Es klingt wie ein Schwur, doch eigentlich ist es nur ein Gebet und ein Wunsch.“
Musikvideo und Song treffen genau ins Schwarze: Kritiker merken an, dass die Schlussakkorde des Tracks wie ein verzweifeltes Mantra klingen, erfüllt vom Schmerz des Wartens und der Hoffnung auf die lang ersehnte Begegnung.
Wer ist Troye Sivan und warum schaut die ganze Welt auf ihn?
Troyes Sivans Weg zum Status einer weltweiten Pop-Ikone ist einzigartig. Er wurde 1995 in Johannesburg (Südafrika) geboren, wuchs in Australien auf und legte einen für das Internetzeitalter typischen Werdegang hin: vom beliebten Videoblogger und Indie-Musiker auf YouTube zum vollwertigen Star des Showgeschäfts.
Viele kennen ihn auch als Schauspieler – insbesondere durch seine Rolle als junger Wolverine im Blockbuster „X-Men Origins: Wolverine“ (2009).
2013 outete sich Troye als schwul und wurde zu einer der einflussreichsten und authentischsten Stimmen der heutigen queeren Jugend. Seine Musik verbindet atmosphärischen Indie-Pop, Clubrhythmen und schonungslos offene Texte über Körperlichkeit, Identität, Selbstfindung und Liebe.
Sivans Alben (darunter das bahnbrechende «Bloom» und das weltweit erfolgreiche «Something to Give Each Other» mit dem Hit «Rush») erhalten regelmäßig prestigeträchtige Nominierungen (darunter für den Grammy), werden milliardenfach gestreamt und von der Kritik gefeiert.
Mit der Veröffentlichung des Albums «She’s the Best» und dem Video «FF» beweist Troye einmal mehr: Er beherrscht den Balanceakt zwischen kühner Pop-Provokation und feinsinniger, verletzlicher Poesie, die Millionen Menschen auf der ganzen Welt berührt.
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