Professor für Religionswissenschaften an der Elon University Andrew Monteith Veröffentlicht eine Studie basierend auf einem einzigartigen Fund im Archiv der Chicago Historical Society. Anfangs suchte der Wissenschaftler nach Materialien zur Eugenik, fand jedoch in den Akten des Instituts für Jugendpsychopathie fast 150 Seiten eines autobiografischen Textes, der um 1930 von einem Insassen des Pontiac-Gefängnisses namens "Henry" verfasst wurde.
In diesen Notizen beschreibt Heinrich sein Leben ausführlich und insbesondere seine Erfahrungen Polyamore Ehe zusammen mit zwei weiteren Jungen an einem elitären christlichen Internat in den 1920er Jahren.
Inhaltsverzeichnis
Wer war der Autor dieser Aufnahmen?
Henry war ein gewöhnlicher junger Mann aus Chicago, dessen strenge religiöse Eltern, die seine Neigungen bemerkten, ihn schickten nach Todd Seminar für Jungen in Woodstock, Illinois. Sie hofften, dass die geschlossene Männeranstalt helfen würde, seine Orientierung zu "korrigieren".
Ende der 1920er Jahre, als Homosexualität in den Vereinigten Staaten illegal war, führte die Polizei von Chicago groß angelegte Razzien gegen Schwule durch. Heinrich wurde Opfer eines dieser Razzien, nach denen er im Gefängnis landete, wo er sein Geständnis schrieb.
Wie sah die queere Ehe in den 1920er Jahren aus?
Laut Monteiths Studie, die in der Zeitschrift veröffentlicht wurde, QTR: Trans- und Queer-Studien in der ReligionIm Internat ging Henry eine romantische Verbindung mit zwei Schülern, "Will" und "Junior", ein.
Es war ein ernsthaftes Ritual. Trotz des jungen Alters der Teilnehmer behandelten sie die Gewerkschaft so verantwortungsvoll wie möglich. Die Jugendlichen erstellten eine selbstgemachte Heiratsurkunde, in die die Namen aller drei eingraviert waren. Der Forscher stellt fest, dass es sich um eine vollwertige polyamore "Triade" handelte, obwohl Juniors Rolle in dieser Beziehung eher asexuell war.
Warum ist diese Entdeckung für Historiker wichtig?
Andrew Monteith hebt in dieser Geschichte mehrere paradoxe Punkte hervor. Obwohl Henrys Eltern die Schule als Ort der Umerziehung betrachteten, wurde das gleichgeschlechtliche Umfeld (wie im Fall von Gefängnissen) oft zu einem Ort für die Entstehung tiefer queerer Beziehungen.
Ironischerweise erwies sich für Henry das streng strukturierte Umfeld einer christlichen Schule als ein geeigneterer Ort für die Liebe als die "freie", aber gefährliche und chaotische Welt der damaligen queeren Untergrundszene Chicagos.
Der Historiker besteht darauf, dass das Hochzeitsritual der Jungen nicht nur als Satire oder Spiel betrachtet werden kann. Für sie war es eine Möglichkeit, ihre Gefühle zu bestätigen und die Grenzen ihrer Verbindung zu bestimmen.
Tragisches Ende
Henrys Geschichte endete nicht mit einem glücklichen Ende. Die Ehe zerbrach unmittelbar nach dem Schulabschluss, da die Absolventen unterschiedliche Richtungen einschlugen. In seinen Notizen gab Heinrich zu, dass er im späteren Leben nichts Vergleichbares finden konnte.
Die Haft verursachte ihm schwere psychische Traumata. In seiner Autobiografie ist Henry hin- und hergerissen zwischen der Verteidigung seiner Ehe als "schöne" Erfahrung und dem Wunsch, sich einer "Konversionstherapie" in einer psychiatrischen Klinik zu unterziehen. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis führte Henry einen heteronormativen Lebensstil: Er heiratete eine Frau und zog mehrere Kinder groß.
0 Kommentare
Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein — wir senden Ihnen einen Einmalcode. Ohne Passwörter und Konten.
Code gesendet an
Wenn die E-Mail nicht innerhalb weniger Minuten in Ihrem Posteingang erscheint, überprüfen Sie Ihren Spam-, Spam- oder Promotions-Ordner, da manche E-Mail-Dienste versehentlich automatisierte Nachrichten dort platzieren