Der Journalist Renat Davletgildeev appellierte öffentlich an die russische Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PACE) mit der Aufforderung, sich zu den Aussagen ihres Teilnehmers Ruslan Kutaev zu äußern. Der Grund waren Kutaevs harte Äußerungen gegen die LGBTQ-Gemeinschaft und die Frauen im Kaukasus.
Davletgildeev wies auf Kutaevs jüngste Interviews hin. Ruslan Kutaev, der die indigenen Völker Russlands im PACE vertritt, war zuvor ein Vertrauter von Aslan Maskhadov und leitet nun die Versammlung der Völker des Kaukasus.
In seinen Reden machte Kutaev eine Reihe eindrucksvoller Aussagen: Benannte LGBT-Vertreter "Abtrünnige und Perverslinge". Er sagte, das Schicksal von Frauen, die vor häuslicher Gewalt fliehen, sei persönliche Akte ihrer Familien und männlichen Verwandten. Er sprach über das "weltweite jüdische Backstage" und die Möglichkeit, eine Migrantenrevolte zu organisieren, um Moskau zu erobern.
Da die PACE-Delegation keine Adresse für private Berufungen hat, veröffentlichte Davletgildeev seine Fragen offen. Er bittet um Klarstellung:
- Unterstützt die russische Delegation Kutaevs Position und plant sie eine offizielle Stellungnahme?
- Wie ist die Haltung der Delegation zur Verfolgung von LGBTQ-Personen und Frauen im Kaukasus und in Russland insgesamt?
- Kann eine Person, die LGBTQ-Personen als "Perverse" bezeichnet, die Menschenrechts- und demokratischen Agenda im Namen der russischen Opposition vertreten?
Die stellvertretende Sekretärin der PACE-Delegation, Anastasia Schewtschenko, sagte, dass das Thema der "jüdischen Verschwörung" und anderer skandalöser Aussagen Kutaevs noch nicht besprochen sei, da die Delegierten in Straßburg sich nur mit "Arbeitsangelegenheiten" beschäftigten. Sie fügte hinzu, dass sie nicht wusste, ob zu diesem Thema eine offizielle Stellungnahme vorbereitet werden würde. Davletgildeev wiederum beabsichtigt, direkt an die Führung von PACE zu appellieren.
Die Situation wurde auch von Michail Chodorkowski. Er wies darauf hin, dass die Oppositionsplattform geschaffen wurde, um "eine Vielfalt an Teilnehmern und Meinungen" sicherzustellen. Seiner Ansicht nach besteht die Aufgabe der Teilnehmer darin, zu lernen, gemeinsam zu existieren und gemeinsame Probleme auch mit "kategorischer Meinungsverschiedenheit" bei einer Reihe von Problemen zu lösen.
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