Die TikTok-Unternehmensgruppe und Grindr haben laut der österreichischen gemeinnützigen Organisation NOYB (None of Your Business) gegen die DSGVO verstoßen, indem sie Aktivitäten zwischen Apps verfolgen. Sie behaupten, dass TikTok Daten aus verschiedenen Apps für Werbung und Analysen verwendet hat.
Die österreichische gemeinnützige Organisation NOYB (None of Your Business), die sich für den Datenschutz im Internet einsetzt, hat Beschwerden bei der örtlichen Datenschutzbehörde eingereicht. Im Fadenkreuz steht TikTok, eine schwule Dating-App Grindr und die Analyseplattform AppsFlyer. Ihnen wird vorgeworfen, ihre Handlungen in verschiedenen Anwendungen ohne Zustimmung des Nutzers zu verfolgen und damit gegen die europäische DSGVO-Verordnung verstoßen zu haben. Dazu Berichte Reuters.
Laut NOYB sammelten Unternehmen Daten zum Nutzerverhalten ohne deren Wissen. Insbesondere, TikTok nutzte AppsFlyer, um Informationen darüber zu bekommen, was eine Person in Grindr machte. Menschenrechtsaktivisten glauben, dass dies zum Durchsickern sensibler Daten führen könnte – zum Beispiel, über sexuelle Orientierung, die gemäß der DSGVO als besonders geschützte Kategorie eingestuft ist. Die Offenlegung solcher Informationen ist mit Diskriminierung verbunden.
Laut NOYB wurde alles enthüllt, als ein Nutzer TikTok um Zugang zu seinen persönlichen Daten bat. Die Antwort kam erst nach ein paar Erinnerungen – und sie enthielt Details über seine Aktivitäten in Grindr, LinkedIn und sogar über das Produkt, das er im Online-Shop in den Warenkorb gelegt hat. Laut der Organisation verstößt dies gegen die Transparenzprinzipien der DSGVO.
NOYB betont, dass TikTok diese Daten für personalisierte Werbung, Analysen und Sicherheit genutzt hat. Weder Grindr noch AppsFlyer hatten jedoch das Recht, solche Informationen ohne rechtliche Grundlage zu teilen. Menschenrechtsaktivisten fordern, dass die österreichische Aufsichtsbehörde diese Praktiken verbietet und die Unternehmen mit einer Geldstrafe bestraft.

Zum Zeitpunkt der Presseschluss äußerten sich Vertreter von TikTok, Grindr und AppsFlyer nicht zu den Vorwürfen.
- Dies ist nicht der erste Skandal für diese Plattformen. Im Mai verhängten die irischen Behörden TikTok eine Geldstrafe von 530 Millionen Euro wegen des Verdachts, Nutzerdaten nach China übertragen zu haben.
- Grindr steht nun vor Gericht in London: Nutzer haben eine Sammelklage eingereicht und der App vorgeworfen, HIV-Statusdaten 2018–2020 ohne Zustimmung mit Dritten geteilt zu haben.
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