Das Playboy-Magazin führte gemeinsam mit dem Dienst für reproduktive Gesundheit Julie und dem Kinsey-Institut eine Umfrage zu Sex und Beziehungen unter Angehörigen der Generation Z durch. Die Forschenden befragten 2373 Menschen in den USA im Alter von 18 bis 29 Jahren, um herauszufinden, ob es die sogenannte „sexuelle Rezession“ tatsächlich gibt und was im Intimleben junger Menschen wirklich vor sich geht.
Das Wichtigste in Kürze
- Die sexuelle Rezession ist real, doch mangelndes Verlangen ist nicht die Ursache. Die Generation Z verspürt sexuelles Verlangen, wird jedoch durch finanzielle Schwierigkeiten, das Wohnen bei den Eltern, die Angst vor Zurückweisung und Dating-App-Müdigkeit ausgebremst.
- Gegensätzliche Erfahrungen: Ein Fünftel der Befragten (20%) hatte noch nie Sex, während ein weiteres Fünftel 10 oder mehr Sexualpartner im Laufe des Lebens hatte.
- Viele Küsse, weniger klassischer Sex: Fast die Hälfte der Befragten (48,5%) küsst sich praktisch täglich, aber 40% hatte in den letzten drei Monaten keinen Vaginalsex.
- Finanzen und das Zusammenleben mit den Eltern sind die größten Hürden: Zwei Drittel der alleinstehenden Angehörigen der Generation Z, die bei ihren Eltern leben, hatten in den letzten drei Monaten keinen einzigen Sexualpartner.
Hat die Generation Z tatsächlich seltener Sex?
Ja, die Statistiken bestätigen einen Rückgang der sexuellen Aktivität, doch das Bild ist uneinheitlich. Die Studie offenbarte eine tiefe Spaltung innerhalb der Generation: 20% der jungen Menschen hatten noch nie sexuelle Erfahrungen, während 20% geben an, im Laufe ihres Lebens 10 oder mehr Sexualpartner gehabt zu haben. Dabei 53% der Befragten sind überzeugt, seltener Sex zu haben als Gleichaltrige.
Betrachtet man die einzelnen Praktiken, zeigen Angehörige der Generation Z bereitwillig Zärtlichkeit, gehen aber seltener zu penetrativem Sex über:
- 48,5% küssen sich fast jeden Tag;
- 40% der Befragten hatten in den vergangenen drei Monaten keinen vaginalen Sex;
- 73% hatten im selben Zeitraum keinen Analsex.
Der Rückgang der sexuellen Aktivität betrifft auch die Masturbation: 36% респондентов отметили, что не мастурбировали за последние три месяца. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Unter homosexuellen Männern berichteten von 10 oder mehr Sexualpartnern im Laufe ihres Lebens 35%, was höher ist als in jeder anderen Gruppe.
Warum haben Angehörige der Generation Z seltener Sex?
Die Autoren der Studie betonen: Das Problem liegt nicht in mangelndem sexuellem Verlangen, sondern in fehlenden Möglichkeiten und äußeren Hindernissen. Die meisten alleinstehenden Befragten geben an, ein mäßiges oder starkes sexuelles Verlangen zu haben. Folgende Faktoren hindern sie jedoch daran, es auszuleben:
1. Angst vor Zurückweisung und soziale Ängste
60% респондентов признаются, что боятся отказа. Aufgrund starker sozialer Ängste fällt es vielen schwer, überhaupt ein Gespräch mit jemandem zu beginnen. Darüber hinaus 66,5% sehen sie zu wenige Möglichkeiten, im echten Leben jemanden kennenzulernen, während Dating-Apps sie zunehmend ermüden.
2. Finanzkrise und hohe Kosten für Dates
Romantik erfordert Ressourcen, über die junge Menschen häufig nicht verfügen. Die Zahl der Stellenangebote für Berufseinsteiger ist um 35% zurückgegangen, während Cocktails in Bars $30 kosten.
- 43% der Befragten gaben an, dass finanzielle Schwierigkeiten das Dating und die Aufrechterhaltung von Beziehungen erschweren.
- 39% verzichten wegen Geldmangels ganz auf die aktive Partnersuche.
- 39% gaben an, dass die Kosten für Dates ihre Möglichkeiten für Romantik und Sex unmittelbar einschränken.
3. Leben bei den Eltern
Das notgedrungene Zusammenleben mit der Familie hilft zwar, Geld zu sparen, wirkt sich jedoch negativ auf das Intimleben aus.
- Ein Drittel der befragten jungen Menschen lebt bei den Eltern.
- Unter den alleinstehenden Angehörigen der Generation Z, die bei ihren Eltern leben, 64% hatten in den vergangenen drei Monaten keine Partner. Zum Vergleich: Unter denen, die mit Mitbewohnern zur Miete wohnen, waren es 38%, bei den Alleinlebenden dagegen — 27%.
- 25% der Befragten gaben an, dass ihre Eltern ihr Leben nach wie vor streng kontrollieren und Regeln aufstellen.
4. Verschiebung der Prioritäten
64% одиноких зумеров заявляют, что прямо сейчас отдают приоритет другим сферам жизни: dem Studium, dem Aufbau einer Karriere und der Schuldentilgung. Sex und Dating werden auf später verschoben.
Digitale Intimität: Pornografie als Partnerersatz
Das Sexualleben junger Menschen verlagert sich zunehmend in den digitalen Raum. Jeder dritte junge Erwachsene entscheidet sich zeitweise für digitale oder Solo-Erfahrungen statt für Sex mit einem Partner.
Für einen Teil der Befragten ist Pornografie nicht mehr eine Ergänzung zu Beziehungen, sondern deren Ersatz. 34% молодых мужчин заявили, что порно полностью удовлетворяет их сексуальные потребности. Die Befragten weisen darauf hin, dass diese Alternative einfacher und leichter zugänglich ist und nicht den emotionalen Aufwand erfordert, der für echte Beziehungen nötig ist.
Gesundheit, Verhütung und Antidepressiva
Die Studie befasste sich auch mit Fragen der sexuellen Gesundheit:
- Einfluss sozialer Medien: 31% der Befragten gaben an, dass sie aufgrund von Inhalten in sozialen Netzwerken mit geringerer Wahrscheinlichkeit hormonell verhüten.
- Unregelmäßige Verhütung: 16% (jeder Sechste) verwenden überhaupt keine Verhütungsmethoden, und 15% verwenden beim Vaginalsex nie Kondome. Ein Drittel der Befragten hat sich noch nie auf sexuell übertragbare Infektionen testen lassen.
- Antidepressiva: Junge Menschen, die Antidepressiva und angstlösende Medikamente einnehmen, berichten von selteneren sexuellen Kontakten und einer geringeren sexuellen Zufriedenheit. Ihr sexuelles Verlangen bleibt jedoch unverändert.
Gibt es also eine „sexuelle Rezession“?
Die sexuelle Rezession gibt es tatsächlich, doch sie ist auf äußere Umstände und nicht auf die „Gefühlskälte“ einer Generation zurückzuführen. Die Generation Z hat durchaus Lust, doch es mangelt ihr an Entschlossenheit, Privatsphäre und Geld. Gleichzeitig sind die meisten jungen Menschen in einer Beziehung mit ihrem Intimleben durchaus zufrieden. Auch der Stress aufgrund der Häufigkeit sexueller Kontakte ist bei der Generation Z gering – die meisten bewerten ihr Sexualleben als durchschnittlich oder überdurchschnittlich.
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