In den sozialen Netzwerken ist eine hitzige Diskussion über die Zukunft der Bademode entbrannt. Auslöser war ein viraler Post des Nutzers Cesar auf X (ehemals Twitter), der „mit Bedauern mitteilte“, dass Speedos allmählich von Badeshorts verdrängt würden. Der Tweet wurde mehr als 345.000-mal aufgerufen und löste sowohl Panik als auch Begeisterung aus. „Doberman Media“ fasst die Argumente beider Seiten zusammen.
Leider muss ich mitteilen, dass Badeshorts gerade im Trend liegen und Schwule die Speedos allmählich ausrangieren
— cesar (@trashpopsong) 4. Juli 2026
Was ist los?
Lange Zeit galten Speedos geradezu als inoffizielle Freizeituniform der schwulen Community. Doch in diesem Sommer zeichnet sich ein Trend zu weiter geschnittenen Modellen ab. Designer und Modekritiker stellen fest, dass die queere Mode insgesamt lockerer wird: Kurze Shorts werden abgelöst von weiten Jeans („Jorts“), Cargohosen und locker sitzenden T-Shirts.
Dieser Stil hat bereits einen Namen „Heartland Drag“ (was sich als „ländlicher Drag“ übersetzen lässt). Dahinter steckt die Idee, dass schwule Männer, während heterosexuelle Männer zunehmend kürzere und eng anliegende Kleidung tragen, auf hypermaskuline und derbe Looks setzen, um ihre gegenkulturelle Identität zu bewahren.


Verschwinden Speedos wirklich?
Besucher beliebter schwuler Urlaubsorte wie Fire Island oder Provincetown berichten, dass die Strände nach wie vor mit Männern in Speedos „überfüllt“ sind. An den Schwulenstränden in Chicago und Michigan sieht man sogar Mikro-Badehosen (Strings) noch häufiger als gewöhnliche Shorts.
Der Trend zur Natürlichkeit spricht jedoch gegen eng anliegende Synthetik. In einer Welt voller „KI-Schrott“ gilt die Rückkehr zur Natürlichkeit – etwa der Verzicht auf die Haarentfernung in der Bikinizone – als Ausdruck von Menschlichkeit. Doch extrem knappe Badehosen mit „ungemähtem Rasen“ zu tragen, wagt nicht jeder: Die Haare können einfach hervorquellen. Shorts sind in dieser Hinsicht wesentlich praktischer.

Warum hassen so viele Menschen Speedos?
Kritiker von Badehosen bemängeln, dass sie oft unvorteilhaft sitzen und an eine Windel erinnern können, was am Pool wohl kaum jemanden attraktiver macht. Außerdem gelten sie als weniger bequem.
Als Alternative werden moderne Badeshorts empfohlen (nicht zu verwechseln mit formlosen, bis unter die Knie reichenden Bermudashorts). Die richtigen Shorts sollten eng an den Oberschenkeln anliegen und die Figur betonen, dabei aber dezenter wirken.
Was soll man also wählen?
Trotz des Siegeszugs der Shorts bleiben Speedos die effektivste Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu erregen und die eigenen Vorzüge zu betonen. Wie regelmäßige Strandbesucher bestätigen, sorgen gerade „kleine, enge Badehosen“ nach wie vor dafür, dass sich die Leute nach einem umdrehen.
Der Shorts-Trend scheint bislang eher ein interessantes Experiment als ein endgültiger Siegeszug zu sein. Selbst diejenigen, die ihre kurzen Shorts bereits gegen weit geschnittene Modelle ausgetauscht haben, geben zu, dass ihre Speedos noch immer im Schrank liegen und auf ihren großen Auftritt warten.
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