Reuters enthüllte Banksys Identität: von Robin Gunningham bis David Jones
Am 13. März 2026 veröffentlichte die internationale Agentur Reuters eine groß angelegte Untersuchung mit dem Titel "Auf der Suche nach Banksy". Die Journalisten Simon Gardner, James Pearson und Blake Morrison haben nach jahrelanger Arbeit bekannt gegeben, dass sie die wahre Identität des geheimnisvollsten Straßenkünstlers unserer Zeit etabliert haben – eines Mannes, der seine Karriere und Marke seit mehr als einem Vierteljahrhundert um völlige Anonymität aufgebaut hat.
Laut Reuters ist Banksy Robin Gunningham, geboren um 1973-1974 in Bristol (UK). Dieser Name ist bereits in der Presse aufgetaucht: 2008 war die britische Zeitung The Mail on Sunday die erste, die ihn als Banksy "entlarvte" – basierend auf den Aussagen von Freunden, Schulunterlagen und anderen Indizien. Dann machte Gunningham laut Reuters einen radikalen Schritt – er änderte offiziell seinen Namen in David Jones. Die Wahl ist kein Zufall: Dies ist einer der häufigsten männlichen Namen im Vereinigten Königreich (laut Daten von 2017 – etwa 6000 Sprecher), was es so schwierig wie möglich macht, in öffentlichen Datenbanken, Registern und digitalen Fußabdrücken zu suchen.
Wichtige Beweise aus der Untersuchung
Reuters stützte sich auf eine Kombination aus Open-Source- und Archivquellen, darunter:
• Die Festnahme in New York im Jahr 2000 ist eines der überzeugendsten Dokumente. Während der Fashion Week nahm die Polizei einen Mann wegen Graffiti auf einer Marc Jacobs-Werbetafel auf dem Gebäudedach in der 675 Hudson Street fest. Der Festgenommene unterschrieb ein handschriftliches Geständnis wegen eines Vergehens (ordnungswidriges Verhalten) mit dem Namen Robin Gunningham. Sein Name wird in Polizei- und Gerichtsberichten zu diesem Fall mehrfach erwähnt. Reuters betont: Dieses Dokument macht die Identifikation "über jeden Zweifel hinaus" – jenseits vernünftigen Zweifels.
• Werke in der Ukraine im Jahr 2022 — Banksy selbst bestätigte die Urheberschaft mehrerer Wandgemälde in kriegsgebeutelten Gebieten (insbesondere im Dorf Gorenka bei Kiew). Reuters besuchte die Orte, interviewte Einheimische und zeigte ihnen Fotos der mutmaßlichen Kandidaten (darunter Gunningham, Robert Del Naja von Massive Attack und Thierry Guetta/Mr. Brainwash). Viele identifizierten Gunningham. Außerdem taucht der Name von David Jones bereits in den Dokumenten über die Reise in die Ukraine auf.
• Zeugenaussagen enger Vertrauter, darunter der ehemalige Manager und Fotograf Steve Lazarides, der laut Untersuchung bei der rechtlichen Namensänderung nach 2008 geholfen hat.
• Widerlegung anderer Theorien – Die gängige Version, dass Banksy Robert Del Nagga (3D) aus Massive Attack ist, wurde abgelehnt. Reuters betrachtet ihn nur als Co-Autor oder Assistenten bei einzelnen Projekten, aber nicht als Hauptkünstler.
Warum Anonymität Teil der Kunst ist
Banksy hat seine Identität nie offiziell bestätigt, und seine Vertreter (einschließlich seines Anwalts) haben sich wiederholt gegen solche Untersuchungen ausgesprochen. Anonymität ist nicht nur ein Schutz gegen Behörden und Vandalenvorwürfe, sondern ein grundlegendes Element der Marke: Sie macht jedes Werk zu einem Ereignis und den Künstler zu einem Mythos. Reuters räumt ein, dass die Enthüllung dieses Mythos schädigen könnte, besteht jedoch darauf, dass ihr Ziel nicht darin besteht, die Legende zu zerstören, sondern zu zeigen, wie der Mann hinter dem Pseudonym seine eigene Identität manipuliert hat, um im Zeitalter der digitalen Fußspuren unsichtbar zu bleiben.
Reaktion der Welt und Banksy selbst
Bisher schweigt Banksy (oder David Jones) – kein neuer Beitrag auf Instagram, keine Stellungnahme. Die Gemeinschaft ist gespalten: Manche nennen die Untersuchung eine Sensation und einen Sieg für den Journalismus, während andere es als Eingriff in die Privatsphäre und einen Versuch sehen, das Geheimnis anderer zu monetarisieren. In sozialen Netzwerken scherzen sie bereits: "Jetzt ist jede Sekunde David Jones in Großbritannien ein Verdächtiger Nr. 1."
Die Frage bleibt: Wird sich dadurch etwas in Banksys Welt ändern? Höchstwahrscheinlich nicht. Wie zuvor erscheinen seine neuen Werke plötzlich, mit Satire und unsigniertem – und genau das macht sie zu Banksy, nicht nur Zeichnungen von Robin oder David.
Quelle: Reuters-Sonderbericht "In Search von Banksy" (13. März 2026).
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