Die Pariser Fashion Week ist wieder laut. Neuer Kreativdirektor Jean Paul Gaultier, niederländischer Designer Duran Lantinck, arrangierte einen echten Striptease auf dem Laufsteg – die Models kamen in Kostümen heraus und imitierten einen nackten männlichen Körper. Mit allen Details. Ja, buchstäblich mit von allen.
Die Erwartungen an die Rückkehr der Marke waren hoch, Anmerkungen Die New York Times.
Die Rückkehr der Marke wurde wie Madonnas Konzert in den 90ern erwartet: mit Beklommenheit und Nostalgie. Und das aus gutem Grund. Jean Paul Gaultier selbst ist der Mann, der Mode schon lange vor den TikTok-Debatten zur Show gemacht und Geschlecht zum Thema gemacht hat. Er kleidete Madonna in den ikonischen Bullet-BH, ließ Männer in Röcken auf dem Laufsteg frei und glaubte allgemein, dass Mode nicht von Anstand, sondern von Freiheit geprägt ist.
Nachdem Gaultier 2020 gegangen war, lud das Modehaus temporäre Designer ein. Aber jetzt ist ein dauerhafter Leiter am Steuer. Und Lantinck, so scheint es, hat beschlossen, nicht nur an das Vermächtnis des Meisters zu erinnern, sondern eine Party auf seinen Knochen zu feiern.
Sammlung: Nacktheit, Rave und ein bisschen 80er
Lantinck rief seine erste Sendung an Junior - zu Ehren der Gaultier Jugendlinie seit 1988. Übrigens, das Geburtsjahr des Designers selbst, Anmerkungen Das Geschäft der Mode. Schicksal, Zufall oder einfach eine schöne Pressemitteilung.
Lantinck wuchs unter der Club-Fashion-Szene Amsterdams auf, und man spürt es: Der Catwalk war eher wie ein Rave in RoXY als eine klassische Haute-Couture-Schrein. Die Models tragen Bodysuits mit hyperrealistischen Drucken des nackten männlichen Körpers. Manchmal sogar zu realistisch.



Weiter – mehr. Remixe von Gaultiers ikonischen Formen erschienen auf der Bühne: konische BHs, bewusst voluminöse Schultern und Kostüme, die wie ausgeschnittene Weids aussahen. Es gab wenig Kleidung im üblichen Sinne – aber genug Körper, Latex und Mut für die ganze Saison.
"Es ist nur ein Spiel"
Vor der Lantinck-Vorführung gestandendass Gautier nicht in die Archive schaute – er entschied sich, "aus dem Gedächtnis" zu arbeiten. Sein Ziel ist es nicht, neu zu rekonstruieren, sondern "mit dem Markenimage zu spielen".
"Du musst nicht hinter jeder Kurve nach Bedeutung suchen", sagte er nach der Show. "Das Wichtigste ist, dass es Spaß machen soll. Schließlich geht es bei Gaultier immer um Nacktheit, Sexualität und Provokation."
Die New York Times wies darauf hin, dass Provokation um der Provokation willen eher jugendlicher klingt.
Und der Kolumnist Vogue José Criales-Unzueta hingegen sah die Sammlung als "eine laute und kühne Erkundung des Geschlechts".
Eines ist klar: Jean Paul Gaultier wird erneut diskutiert. Und genau das scheint genau das zu sein, was Lantinck wollte.
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