Der 23-jährige Benson Boone erobert schnell die amerikanische Popszene, und sein neues Album "American Heart", das im Juni erschien, ist zum Gegenstand lebhafter Diskussionen geworden. Der Titel des Albums und das mit der Sternen-und-Streifen-Flagge verzierte Cover scheinen direkt auf eine politische Aussage oder zumindest eine Reflexion über die aktuellen Probleme der Vereinigten Staaten im Jahr 2025 hinzuweisen. Wie sich jedoch herausstellte, ist dieser Eindruck irreführend, denn es gibt keinen einzigen Song auf dem Album, der die amerikanische Agenda berührt.
Das Paradoxon von "American Heart"

Im Jahr 2025, in einer Zeit, in der die Welt ernsthafte innenpolitische Krisen erlebt, ist es bereits eine Anwendung, das Album "American Anything" zu nennen. Der Zuhörer hat das Recht, einen Kommentar zur aktuellen Situation zu erwarten, sei es Trumps Politik oder andere aktuelle Themen. So funktioniert jede Erwähnung eines Landes, einer Ethnie oder eines bestimmten Punktes auf der Karte: Das Werk ist unwillkürlich mit dem aktuellen Kontext verbunden – politisch, national oder lokal.
Исторически, авторы выбирают один из двух путей: либо активно занимаются повесткой, как Green Day с их рок-оперой «American Idiot» (2004) о США времен вторжения в Ирак, либо размышляют о вневременном характере культуры, как Борис Гребенщиков в «Русском альбоме» (1992), исследуя природу любви и зла через фолк и религиозные образы. Бенсон Бун же предпочел третий вариант: полное игнорирование политики. Более того, незадолго до релиза артист открыто заявил в эфире шоу Джимми Фэллона о своей аполитичности: «Это [альбом] не что-то патриотическое, не „Посмотрите, за кого я голосовал“».
Die falsche These der "Musik außerhalb der Politik"
Auf den ersten Blick hätte ohne den provokanten Titel und das Cover niemand scharfe gesellschaftliche Texte von Boone erwartet; Er konzentriert, wie es sich für einen Pophelden gehört, auf ein persönliches Liebesdrama. Doch hier liegt der Haupthaken. Musikkritiker Alexander Shakirov merkt an, dass Boone, obwohl harmlos, ein sehr illustratives Beispiel dafür ist, wie die Popkultur ihr Publikum von Millionen lehrt, jeglichen Kontext und letztlich die Komplexität der Welt zu ignorieren.
Natürlich wird die Popkultur oft zu einem vorübergehenden Zufluchtsort vor dieser Komplexität, aber die These "Musik sei aus der Politik heraus" ist falsch. Der Kontext spielt eine große Rolle. Zum Beispiel rief das Konzert "30 Seconds to Mars" in Almaty, bei dem Russen pro-Kriegs-Lieder aufführten, eine negative Reaktion unter Kasachen aus, die sich an die Geschichte der tatsächlichen Kolonisierung erinnern. Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie tief kulturelle Manifestationen mit dem politischen und historischen Hintergrund verbunden sind.
Worum geht es dann bei "American Heart"?
Wenn auf dem Album kein Wort über Amerika steht, worum geht es dann? Quellen zufolge handelt es sich hier hauptsächlich um ein Album über das Herz von Boone selbst. Er beschwert sich auf den Tracks "Sorry Iʼm Here For Someone Else" und "Man In Me" darüber, dass ihm das Herz gebrochen ist. In "Momma Song" gesteht sie ihrer Mutter ihre Liebe, wenn auch mit Klischees.
Der Höhepunkt kommt im letzten Track "Young American Heart", wo es buchstäblich um das Herz des Künstlers geht: Er erinnert sich an einen Unfall im Alter von sechzehn Jahren, als sein "junges amerikanisches Herz" fast aufhörte.
Diese persönliche Tragödie wird jedoch laut Kritikern auf eine übermäßig kommerzialisierte Weise dargestellt. Im Gegensatz zu Joe Talbot von Idles, dessen Album "Crawler" von einem Autounfall inspiriert wurde, aber nicht den Fokus auf die "Britischheit" seines Herzens legte, betont Boone "Amerikanischheit". Das erzeugt das Gefühl, dass die Produzenten irgendwie versucht haben, das spektakuläre Cover und den Titel des Albums zu rechtfertigen und nicht ein tiefes Verständnis für den persönlichen Schock zu vermitteln.
Benson Boone ist wirklich jung und amerikanisch – er wurde in Monroe, Washington, in eine mormonische Familie geboren und begann seine Karriere mit TikTok-Covern und der Teilnahme an American Idol, das er freiwillig verließ, da er nicht am Erfolg in TV-Shows gemessen werden wollte. Sein Retro-Stil, sein erkennbarer Schnurrbart und seine endlosen Purzelbäume während der Auftritte haben ihn zu einer der farbenprächtigsten Figuren der neuen amerikanischen Popszene gemacht. All dies negiert jedoch nicht das Wesentliche: Sein "American Heart" ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie Popkünstler weltweit ihrem millionenschweren Publikum beibringen, jegliche Komplexität und den Kontext der Welt um sie herum zu vermeiden. Am Ende beraubt das der Kunst die Tiefe und die Fähigkeit, ein wahrer Spiegel der Zeit zu sein.
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