Die Gesetzgeber des Bundesstaates New York haben ein Verfahren zur Aufhebung des faktischen Betriebsverbots für Schwulensaunen eingeleitet, das in der Stadt seit 40 Jahren gilt. Staatssenator Erik Bottcher und das Mitglied der State Assembly Tony Simone brachten einen Gesetzentwurf ein, der bekannt ist als „Gesetz zur Modernisierung des öffentlichen Gesundheitswesens“, der Saunen für Erwachsene legalisieren und ein klares System für deren Lizenzierung schaffen soll.
Historischer Kontext: Zuflucht und Verfolgung
Vor der Einführung des Verbots im Jahr 1985 gab es in New York bereits seit mehr als einem Jahrhundert Schwulensaunen. Der Historiker George Chauncey von der Columbia University weist darauf hin, dass die ersten dokumentierten Razzien in solchen Einrichtungen (beispielsweise im Hotel The Arlington) bereits 1903 stattfanden. In den 1920er-Jahren waren in der Stadt dauerhaft so legendäre Einrichtungen in Betrieb wie Everard Baths und Lafayette Baths.
Für viele Generationen schwuler Männer waren diese Einrichtungen die „sichersten Orte“, an denen sie ihre Sexualität erkunden und Gemeinschaft finden konnten, ohne befürchten zu müssen, geoutet zu werden. Der Aktivist Allen Roskoff erinnert sich, dass die Menschen in den Badehäusern sie selbst sein konnten und nicht vorgeben mussten, heterosexuell zu sein – in einer Zeit, in der Offenheit die Karriere kosten konnte.

Die Ära des Verbots und die medizinischen cZeiten
Das Ende dieser Ära kam 1985 auf dem Höhepunkt der AIDS-Epidemie. Der damalige Bürgermeister Ed Koch nutzte Änderungen im Gesundheitsgesetz des Bundesstaates, um gegen Einrichtungen vorzugehen, in denen „sexuelle Handlungen mit hohem Risiko“ praktiziert wurden, und setzte verdeckte Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden für Kontrollen ein.
Diese Entscheidung galt schon damals als umstritten: Viele Aktivisten argumentierten, dass die Schließung der Badehäuser kontraproduktiv sei, da sie den Menschen Orte nehme, an denen sie Aufklärung über Gesundheit und Prävention mitten in der Krise erhalten könnten.

Bürokratische Hürden und neue Standards
Trotz des Optimismus der Verfasser des Gesetzentwurfs werden neue Einrichtungen nicht so bald eröffnen. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, tritt es erst in Kraft nach 180 Tage. In dieser Zeit muss das Gesundheitsministerium des Bundesstaates Fachleute konsultieren und Lizenzierungsvorschriften ausarbeiten, die auf „Gesundheitsaufklärung und Schadensminimierung“ ausgerichtet sind.
Die Erfahrungen anderer Städte zeigen, dass der Weg steinig sein kann:
- In In Minneapolis das Verbot wurde im Juni 2026 aufgehoben.
- In San Francisco ein ähnliches Verbot wurde dort bereits 2020 aufgehoben, doch aufgrund von Problemen bei der Erteilung der erforderlichen Genehmigungen hat bis heute noch keine Schwulensauna eröffnet.
Eine zeitgemäße Perspektive: Apps versus persönliche Begegnungen
Befürworter einer Rückkehr der Saunen wie Allen Roskoff gehen davon aus, dass solche Orte im heutigen digitalen Zeitalter zu einer wichtigen Alternative zu Dating-Apps werden. Anders als die „Schnelldating-Kultur“ im Internet bieten Saunen Raum für echte Begegnungen und persönliche Entfaltung.
Auch die medizinischen Rahmenbedingungen unterscheiden sich heute grundlegend von denen der 1980er-Jahre, dank der Verbreitung der Präexpositionsprophylaxe (PrEP) и доступности тестирования. Тем не менее, вопрос здоровья остается актуальным: данные за 2024 год показали рост числа новых случаев ВИЧ в Нью-Йорке на 5,4%, что является увеличением четвертый год подряд. Именно поэтому новые правила работы саун будут включать строгие стандарты безопасности для защиты посетителей и сотрудников.
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