Die litauische Staatsanwaltschaft hat einen Strafprozess gegen einen katholischen Priester an das Gericht weitergeleitet, dem sexuelle Straftaten gegen Minderjährige vorgeworfen werden. Nach Angaben der Ermittler könnten die Taten von 2002 bis 2025 begangen worden sein. Als Opfer in dem Fall gelten 11 Personen, die zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Straftaten zwischen 12 und 18 Jahre alt waren. Bns
Dem Priester wurden Anklagen in 34 Fällen vorgeworfen. Darunter sind insbesondere die Einbeziehung von Kindern in den Alkoholkonsum, die Nutzung Minderjähriger für Pornografie, sexuelle Handlungen mit Personen unter 16 Jahren gegen Entgelt sowie drei Fälle von Vergewaltigung Minderjähriger, über die die Staatsanwaltschaft berichtet.
Den Angaben der Ermittler zufolge ereignete sich der Großteil der mutmaßlichen Straftaten in Wohnräumen, die der katholischen Kirche gehörten. Es geht um sechs Orte in Litauen. Der Fall wird vom Bezirksgericht Vilnius verhandelt.
Laut Medienberichten unter Berufung auf den Gerichtsplan des Systems „Liteko“ handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen 56-jährigen Priester, der am 29. Juni 2001 zum Priester geweiht wurde. LAIKMETIS Dabei gilt der Priester bislang nicht als schuldig. Der Fall wurde nur an das Gericht übergeben, und die endgültige Entscheidung muss das Bezirksgericht Vilnius treffen.
Laut Staatsanwaltschaft werden dem Priester 13 Fälle der Verleitung eines Kindes oder von Kindern zum Trinken, neun Fälle der Ausbeutung Minderjähriger für Pornografie, vier Fälle der Verführung von Personen unter 16 Jahren und drei Fälle der Befriedigung sexueller Begierde unter Verletzung der sexuellen Freiheit eines Minderjährigen gegen Entgelt vorgeworfen. Außerdem wurden laut LRT noch drei weitere Vorfälle festgestellt, bei denen die sexuelle Begierde unter Verletzung der sexuellen Freiheit eines Minderjährigen gegen Entgelt befriedigt worden sein könnte; in zwei Fällen soll der Priester mutmaßlich Minderjährige vergewaltigt haben, und in einem Fall wird ihm die Vergewaltigung eines Minderjährigen vorgeworfen. Bns / Vakarų ekspresas
Die Ermittlungen gehen davon aus, dass die Straftaten von 2002 bis 2025 begangen worden sein könnten, also über einen Zeitraum von 23 Jahren, wobei die meisten davon in Wohnräumen stattfanden, die der katholischen Kirche gehörten, in sechs verschiedenen Ortschaften Litauens.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gelten in dem Fall 11 Personen als Geschädigte, die zum Zeitpunkt der Taten zwischen 12 und 18 Jahre alt waren.
Gegen den Angeklagten wurden eine schriftliche Ausreiseverpflichtung und die Einziehung des Passes verhängt; zur Sicherung der zivilrechtlichen Ansprüche der Geschädigten wurde außerdem sein Recht an Immobilien eingeschränkt. Der Fall wurde an das Kreisgericht Vilnius zur Verhandlung übergeben.
Eine zweite, damit verbundene Angelegenheit. Im Juni wurde dem Stadtbezirksgericht Vilnius eine weitere Strafsache übergeben – gegen einen weiteren Priester, der in der Erzdiözese Vilnius tätig war und der des Besitzes von Kinderpornografie beschuldigt wird. Den Medien zufolge handelt es sich um den 51-jährigen Ričardas Peciūnas, am 21. November 1999 geweiht; gegen ihn wurde als Maßnahme der Verfahrenssicherung eine schriftliche Ausreiseverpflichtung verhängt. Laut dem Staatsanwalt gibt es in diesem Fall keine Geschädigten, da es um Bildmaterial geht, das ein Kind oder eine als Kind dargestellte Person zeigt. Gerade die Ermittlungen gegen den ersten Priester, bei denen 34 Vorfälle festgestellt wurden, halfen dabei, die Angaben zum Besitz von Pornografie durch den zweiten Priester aufzudecken. Die Verhandlung in dieser Sache ist für den 17. September angesetzt.
Warum wurden die Straftaten so lange nicht aufgedeckt?
Auf die Frage dazu antwortete Staatsanwalt Laucius, dass sich niemand beschwert habe, und das sei seiner Meinung nach einer der Gründe, warum die Straftaten so lange nicht entdeckt worden seien.
Die Erzdiözese Vilnius teilte mit, Informationen über die Entscheidung der Staatsanwaltschaft erhalten zu haben, zwei Strafsachen gegen zwei Priester vor Gericht zu bringen. Ein Vertreter der Erzdiözese erklärte, jede Meldung über mögliches unangemessenes Verhalten gegenüber einem Kind oder einer schutzbedürftigen Person erschüttere und verursache Schmerz, und hinter jeder solchen Meldung stehe ein Mensch mit seinen Erlebnissen. Er rief dazu auf, von Versuchen abzusehen, Identitäten festzustellen oder Vermutungen anzustellen, um die Sicherheit der Betroffenen zu gewährleisten. Erzbischof Gintaras Grušas erklärte, die Kirche dürfe kein Ort für die Ausbeutung eines Kindes oder einer schutzbedürftigen Person sein, und das Geschehene verpflichte dazu, erneut verantwortungsvoll zu prüfen, ob alles für die Sicherheit von Kindern und schutzbedürftigen Personen in den Gemeinden getan worden sei. Laut LRT sind beide Priester von ihren Ämtern suspendiert worden, und die Erzdiözese erklärte, dass ähnliche Straftaten den Strafverfolgungsbehörden gemeldet werden müssten. LRT
Wichtiger Hinweis: Der Fall wurde an das Gericht übergeben, aber das Urteil ist noch nicht gefällt — aus juristischer Sicht handelt es sich bei allen aufgelisteten Vorwürfen derzeit um von der Staatsanwaltschaft erhobene Anschuldigungen und nicht um vom Gericht festgestellte Tatsachen. Über die Schuld wird das Bezirksgericht Vilnius (im ersten Fall) und das Stadtbezirksgericht Vilnius (im zweiten Fall, Anhörung am 17. September) entscheiden. Der Text aus der Überschrift wird bei jedem neuen Fall erneut erscheinen.
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