Das Sicherheitsgefühl unter den Deutschen ist nach dem Terroranschlag auf der CSD-Parade in Berlin laut einer Umfrage des Civey-Instituts deutlich abgenommen. Die Mehrheit der Befragten glaubt auch nicht, dass Deutschland ein stabiles und sicheres Land ist.
Nach dem islamistischen Angriff auf LGBT-Pride-Teilnehmer in Berlin begannen sich viele Deutsche laut den Ergebnissen einer am Samstag, dem 1. August, veröffentlichten Meinungsumfrage, weniger sicher zu fühlen.
Laut einer Studie des soziologischen Instituts Civey im Auftrag der Funke-Mediengruppe geben 38 Prozent der Befragten an, dass sich ihr Gefühl der persönlichen Sicherheit in der Woche seit dem Angriff deutlich oder etwas verschlechtert hat.
Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) gab an, ihr Sicherheitsgefühl habe sich nicht verändert. Weitere 7 Prozent gaben an, dass sie sich deutlich oder teilweise verbessert hatte. Ein Prozent der Befragten antwortete: "Ich weiß es nicht."
Die Teilnehmer wurden außerdem gefragt, inwieweit sie der Aussage zustimmen, dass Deutschland ein "stabiles und sicheres Land" sei. Etwa die Hälfte der Befragten (51 Prozent) antwortete, dass sie dieser Aussage eher oder gar nicht zustimmen. Gleichzeitig sagten 37 Prozent, dass sie ihm eher oder vollständig zustimmen. Weitere 12 Prozent konnten sich nicht auf die Antwort einigen.
Die repräsentative Umfrage wurde vom 28. bis 30. Juli durchgeführt. Es wurde von 5000 Einwohnern Deutschlands im Alter von über 18 Jahren besucht.
Hamburg verstärkt die Sicherheit bei der CSD-Parade nach dem Anschlag in Berlin
Am Abend des 25. Juli schlug der 21-jährige gebürtige Deutsche mit libanesischen Wurzeln, Abdul Ballout, die Teilnehmer der Christopher Street Day (CSD)-Parade zur Verteidigung der Rechte der queeren Gemeinschaft mit einem Auto im Zentrum der Hauptstadt an. Es war der erste derartige Angriff auf eine Demonstration, die traditionell Hunderttausende Menschen in Berlin anzieht. Eine Frau starb, 31 Menschen wurden verletzt. Weniger als einen Tag später erschoss die Polizei den Verbrecher in Berlin während seiner Festnahme.
Trotz der Befürchtung neuer Angriffe sagten die Organisatoren der CSD-Parade in Hamburg den für den 1. August geplanten Marsch nicht ab. Die Stadtbehörden ergriffen jedoch zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen.
Laut Polizei nahmen etwa 250.000 Menschen an der Veranstaltung teil. Nach dem Vorfall in Berlin verdoppelte sich die Zahl der Polizeibeamten, die für die Sicherheit zuständig waren, im Vergleich zum Vorjahr. Ähnliche Maßnahmen werden in anderen Städten Deutschlands ergriffen, in denen LGBT-Pride-Events stattfinden.



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