Am 28. Juli wurde Daniil Neonov, ein Kandidat für den Abgeordnetenrat des Bezirks Shchukino, in Moskau festgenommen. Gegen 12:50 Uhr wurde er zur Polizeistation Mitino gebracht. Die offiziellen Gründe für die Festnahme wurden bisher nicht bekanntgegeben.
Neonov nimmt als selbsternannter Kandidat an den Wahlen teil. In seinem Programm setzt er sich für Meinungsfreiheit und Internet, politischen Wettbewerb, gleiche Rechte, Privatsphäre und Offenheit der kommunalen Behörden ein.
Der Kandidat wurde dank einer ungewöhnlichen Kampagne bekannt. Er ging hinaus, um Unterschriften in Strümpfen, einer Katzenmaske und Ohren zu sammeln. Neonov selbst nennt sich offen Femboy und nutzt dieses Bild als Teil einer öffentlichen Kampagne.
Laut Neonovs Verwandten soll die Polizei während der Festnahme gesagt haben, ein gewisser Abgeordneter der Staatsduma sei mit seiner Unruhe und seinem Auftreten unzufrieden gewesen. Der Name des Stellvertreters wird nicht genannt, es gibt noch keine offizielle Bestätigung für diese Informationen.
Es wird außerdem berichtet, dass die Polizisten verlangten, ihnen Neonovs Telefon zur Überprüfung zur Verfügung zu stellen. Er weigerte sich, das Gerät ohne Anwesenheit eines Verwandten herauszugeben.
Laut der Initiativgruppe von Ekaterina Duntsova wurde der Anwalt, der auf der Polizeiwache eintraf, zunächst verweigert zu melden, ob Neonov sich dort befand. Später wurde bekannt, dass der Anwalt den Kandidaten nicht länger als fünf Stunden sehen durfte, und Neonov selbst nahm keinen Kontakt auf. Der Anwalt reichte eine Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft ein.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist nicht bekannt, ob gegen Neonov ein Verwaltungsprotokoll erstellt wurde und ob gegen ihn Anklagen erhoben wurden. Es gibt auch noch keine Berichte über seine Freilassung.


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