Das Zentrale Bezirksgericht Orenburg fällte ein Urteil im ersten Strafverfahren in Russland wegen "LGBT-Extremismus". Der Besitzer, Verwalter und Artdirector des privaten Clubs Pose erhielt echte Haftstrafen.
Am 29. Juni befand ein Gericht drei Mitarbeiter der Orenburger Anwaltschaft Pose für schuldig, die Aktivitäten einer "extremistischen Organisation" organisiert und daran teilgenommen zu haben (Artikel 282.2 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation).
- Wjatscheslaw Chasanow (Clubbesitzer) — 7 Jahre Allgemeine Regimekolonien. Etwa eine Million Rubel wurden ihm ebenfalls entzogen, was das Gericht als "Einkommen aus extremistischen Aktivitäten" betrachtete.
- Diana Kamilianova (Administrator) — 6 Jahre und 3 Monate Kolonie.
- Alexander Klimov (künstlerischer Leiter) — 2 Jahre und 3 Monate Kolonie.
Alle drei wurden im Gerichtssaal festgenommen. Das Memorial Human Rights Project hatte sie zuvor als politische Gefangene anerkannt.
Was genau wurden ihnen vorgeworfen?
Die Untersuchung betrachtete die übliche Arbeit des Nachtclubs als "Verbrechen": Personal rekrutieren, Partys mit Dragshows veranstalten und Videos und Fotos in sozialen Netzwerken veröffentlichen, die angeblich "unkonventionelle Beziehungen förderten".
Die Fallunterlagen betonten separat die sexuelle Orientierung der Angeklagten. So gaben Ermittler Diana Kamilianovas Orientierung öffentlich und gaben dies in offiziellen Dokumenten an, was zu Problemen mit ihren Verwandten führte. Zu den materiellen Beweisen der Schuld gehörten Laptops, Smartphones, Bühnenbekleidung, Perücken und falsche Brüste.
Wie verlief die Verfolgung?
Der erste Einsatz in Pose fand am 9. März 2024 statt. Daran nahmen Polizei, Bereitschaftspolizei und Aktivisten der nationalistischen Organisation "Russische Gemeinschaft" teil. Augenzeugen zufolge verhielten sich die Sicherheitskräfte äußerst aggressiv: Besucher und Mitarbeiter wurden mit dem Gesicht nach unten auf den Boden gelegt, geschlagen und beleidigt.
Später veröffentlichten mit den Sicherheitskräften verbundene Telegrammkanäle Aufnahmen der Razzia, die die Gesichter halbnackter Besucher und Künstler zeigten. Die Clubmitarbeiter selbst betonten, dass Pose der "letzte freie Ort" in der Stadt sei, wo Gesichtskontrolle nur aggressiven Menschen ausschaltete und nicht diejenigen, die "nicht in die Standards passen".
Warum ist das wichtig?
Dieser Fall war der erste, nachdem der Oberste Gerichtshof der Russischen Föderation im November 2023 die nicht existierende "internationale LGBT-Bewegung" zu einer extremistischen Organisation erklärte und deren Aktivitäten verboten hatte.
Das Urteil in Orenburg setzt einen repressiven Trend:
- Maßstab: Allein im Jahr 2024 fanden mindestens 42 Razzien in LGBT-Clubs in Russland statt.
- Todesfälle: Im Dezember 2024 starb Andrei Kotov, der Eigentümer eines schwulen Reisebüros, der nach demselben Artikel beschuldigt wurde, in einem Moskauer Untersuchungshaftzentrum. Er wurde posthum für schuldig befunden.
- Anziehen: In Chuta wurde die Besitzerin eines ähnlichen Clubs, Tatyana Zorina, im Juni 2026 zu 6 Jahren und 2 Monaten Gefängnis verurteilt.
По данным правозащитников, после запрета «движения» 94% ЛГБТ-людей в России начали скрывать свою идентичность, а число случаев шантажа и вымогательства в отношении геев выросло в десятки раз. Как говорят бывшие сотрудники клуба Pose, теперь россиянам наглядно показали: «быть самим собой опасно».

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