Das höchste Gericht der Europäischen Union hat eine beispiellose Entscheidung getroffen, wonach ungarische Gesetze, die sich gegen die LGBT-Gemeinschaft richten, gegen EU-Regeln verstoßen und ihre grundlegenden Werte von Gleichheit und Minderheitenrechten verletzen.
Das Wesentliche der Gerichtsentscheidung Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied, dass die von der Regierung Viktor Orbáns eingeleiteten Reformen nicht nur gegen spezifische EU-Regeln verstoßen, sondern auch Artikel 2 des Vertrags über die Europäische Union, die die grundlegenden Werte der Vereinigung verankert. Das Gericht stellte fest, dass das ungarische Recht:
- Diskriminiert Menschen aufgrund von Geschlecht und sexueller Orientierung.
- Verletzt die Rechte auf Respekt für Privat- und Familienleben sowie die Meinungs- und Informationsfreiheit.
- Stigmatisiert und marginalisiert trans und nicht-heterosexuelle Menschen, indem sie mit denen gleichgesetzt werden, die wegen Pädophilie verurteilt wurden.
- Sie widerspricht der Identität der Union als Rechtsordnung, die auf Pluralismus beruht.

Politischer Kontext Die Entscheidung des Gerichts wurde neun Tage nach der Abstimmung der Ungarn für das Ende der 16-jährigen Herrschaft Viktor Orbáns bekannt gegeben. Der neue Führer des Landes war Peter Magyar, deren Tisza-Partei eine verfassungsmäßige Mehrheit von 141 von 199 Sitzen in der Nationalversammlung gewann und gewann.
Magyar hat bereits versprochen, pro-europäischen Kurs zu bleiben und Milliarden von Euro an EU-Mitteln freizuschalten, von denen einige aufgrund von Rechtsstaatsproblemen in Ungarn eingefroren wurden. In seiner Siegesrede verkündete er eine Vision eines Landes, in dem "Niemand wird stigmatisiert, weil er anders denkt oder liebt als die Mehrheit.".

Denes Erdos / AP / Scanpix / LETA
Bedeutung und Folgen Rechtsexperten nennen diese Entscheidung historisch. Professor John Moiraine stellte fest, dass es die Unmöglichkeit symbolisiert, "durch Verhandlungen die Rechte einer bestimmten Gesellschaftsgruppe aufzuheben". Seiner Ansicht nach kann die Europäische Kommission nun die Mitgliedstaaten nicht nur für Verstöße gegen den Gesetzeswortlaut zur Rechenschaft ziehen, sondern auch für Verletzung des "Geistes des Gesetzes" und der Werte von Pluralismus und Gleichheit.
Die Europäische Kommission erwartet, dass die neue ungarische Regierung die Gesetzgebung an die Entscheidung des Gerichts anpasst. Menschenrechtsorganisationen wie Ilga-Europe fordern Peter Magyar auf, die Aufhebung dieser Gesetze in seinen ersten 100 Tagen an der Macht zur Priorität zu machen.

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