Am 12. März veröffentlichte Karen Shainyans YouTube-Kanal ein großes Interview mit Pascha Talankin, der Held und Schöpfer eines Dokumentarfilms, der im Mittelpunkt der Weltfilmsaison stand. Der Film "Mr. Nobody Against Putin" (in einigen Publikationen lautet der Titel "Herr Niemand gegen Putin"), dem Leben in einer Industriestadt gewidmet Karabash, untersucht, wie Die russische Staatspropaganda untergräbt die Köpfe der Menschen und beeinflusst das Schicksal gewöhnlicher Bürger. Der Film wurde für einen Oscar in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" nominiert.
Im Gespräch spricht Talankin ausführlich über seine riskante Abreise aus Russland: Er nahm Festplatten mit buchstäblich "schmuggelnden Materialien" heraus, aus Angst vor einer Kontrolle an der Grenze. Die Bedingung für die Veröffentlichung des Films war sein endgültiger Auszug aus dem Land, was für ihn eine schwierige Entscheidung war und zu einem Zustand führte, der der Depression ähnelte.
Besondere Aufmerksamkeit im Interview gilt persönlichen Dramen. Pascha erinnert sich, wie seine Mutter, die an einer Schule arbeitet, vor dem Anschauen des Films sagte, dass Ich würde ihn der Polizei übergeben für "falsche" Ansichten, und Kollegen in Karabash nennen ihn jetzt einen "Verräter" und "Abschaum". Gleichzeitig teilt der Autor surreale Eindrücke von der neuen Realität: aus peinlichen Selfies mit Leonardo DiCaprio bevor du mit Timothée Chalamet auf Weltfilmfestivals.
Jetzt nimmt der Film am Oscar-Rennen teil, wo er mit Giganten wie Netflix konkurrieren muss. Trotz ihres Erfolgs mit Sundance und BAFTA gibt Talankin zu, dass er sich "emotional behindert" fühlt und noch nicht weiß, wie er nach der Festivaltour ein Leben aufbauen soll.
Das Interview vermittelt ein tiefgehendes Verständnis dafür, wie Kunst zu einem Werkzeug des Widerstands wird und welchen persönlichen Preis das Recht auf Wahrheit zahlt.
Referenz. Pavel "Pascha" Talankin ist ein unerwarteter Held: ein beliebter russischer Grundschullehrer, bekannt als Mentor und Streichespieler, der den Schülern in seinem Büro einen sicheren Zufluchtsort bietet. Als Russland eine groß angelegte Invasion der Ukraine startet, ändert sich Paschas Rolle in der Schule dramatisch: Er findet sich widerwillig in Putins Propagandamaschine hineingezogen. Gezwungen, staatlich genehmigte Ideen zu fördern, und entsetzt über die Veränderung seiner Schule und Gemeinde, kämpft er mit Schuldgefühlen und Machtlosigkeit, was ihn zum internationalen Whistleblower macht. Als Schulvideograf dokumentiert Pascha offene Aufnahmen von Putins Regime, die den Aufstieg paramilitärischer Kindergruppen, repressive Gesetze, virulenten Nationalismus und die Rekrutierung von Absolventen für den Krieg dokumentieren. Nachdem er erfährt, dass sein eigenes Leben in Gefahr sein könnte, ist Pascha gezwungen, eine gefährliche Flucht aus Russland zu planen. Dieser einzigartige Co-Film, inszeniert von David Borenstein und Co-Regisseur Pavel Talankin, ist augenöffnend und ernüchternd. "Mr. Nobody vs. Putin" zeigt seltenes Filmmaterial, das die tiefgreifende Wirkung des Putin-Regimes auf das Leben gewöhnlicher Russen, insbesondere Kinder, aufzeigt.
Schlüsselthemen:
- Geheimes Filmen in der Schule: Wie unter dem Deckmantel von Haushaltsvideos ein Film darüber entstand, wie Lehrer und Schüler gezwungen werden, die spezielle Militäroperation zu unterstützen.
- Familientrennung: Warum die Mutter des Helden erst nach seiner Veröffentlichung von dem Film erfuhr und wie Propaganda die Angehörigen spaltete.
- Hollywood vs. Realität: Wie ist es, ein Selfie mit DiCaprio zu machen, wenn dir in deiner Heimatstadt versprochen wird, dir bei der Rückkehr die Knie zu brechen?
- Der Preis der Freiheit: Reflexionen über "innere Auswanderung", Depression und die Unfähigkeit, für die Zukunft zu planen.
- Hinter die Kulissen des Oscars: Wie kleine, unabhängige Unternehmen versuchen, gegen die Budgets von Streaming-Diensten zu kämpfen.
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