Roma Zholud (Roman Kerimov) war der erste wirklich große Star auf russischem YouTube. Anfang der 2010er Jahre war seine Popularität mit der globaler Idole vergleichbar, doch auf den Aufstieg folgte eine lange Phase des Kampfes mit Sucht, finanziellen Schwierigkeiten und persönlichen Tragödien. In der neuen Ausgabe Podcast In "Rule 34" sprach der 30-jährige Blogger so offen wie möglich darüber, wie er in Drogenhöhlen überlebte, warum er Berlins Sexclubs als "Zufluchtsort Satans" betrachtet und wie er versucht, in Moskau ein neues Leben zu beginnen.
Inhaltsverzeichnis
Über den "Betonmischer" von Chemsex und fünf Jahre im "Müll"
Laut Roma veränderte sich sein Leben radikal im Alter von 23 Jahren, als er erstmals synthetische Drogen ausprobierte. Dies war der Punkt ohne Wiederkehr, gefolgt von fünf oder sechs Jahren, die er selbst als "in den Müll geworfen" bezeichnet. Eine der verheerendsten Erfahrungen für ihn war Chemsex – sexuelle Praktiken unter dem Einfluss psychoaktiver Substanzen.
Acorn beschreibt die Erfahrung als etwas, das "die Psyche völlig zerstört." Er vergleicht diesen Zustand mit einem "Betonmischer", der Knochen bricht und einen Menschen in einen "kleinen Halbsperling" verwandelt. Seiner Aussage nach so extremen Dopaminausschüttungen dauert es Jahre, bis man sich durch nüchternen Sex und vollständige Enthaltsamkeit erholt. Jetzt merkt Roma an, dass er seit zwei Jahren nüchtern ist, obwohl er zugibt, dass "leichte Gelüste" alle paar Monate auftreten.
Berliner Sexclubs und "Dämonen"
Ein wesentlicher Teil des Interviews widmet sich den Erfahrungen des Besuchs privater Sexpartys und -clubs in den Vereinigten Staaten und Europa. Roma erinnert sich, wie er mit 18 Jahren erstmals in einen Sexclub in Los Angeles kam, was YouTube in den Hintergrund drängte. Später gab es Berlin (Berghain, KitKat), Genf und die Niederlande.
Trotz der äußeren Merkmale der Freiheit beschreibt Acorn diese Orte jedoch in düsteren Farben: Orte mit Käfigen und dunklen Räumen, die er "die Residenz Satans" nennt.
Der Blogger behauptet, er habe in solchen Clubs "echte Dämonen und Teufel" gesehen und sich nach dem Weggang immer "schmutzig" gefühlt.
Er betont, dass an solchen Orten oft tödliche Überdosierungen aufgrund der Mischung von Substanzen und körperlicher Anstrengung auftreten.
Jetzt sagt Roma, dass er an diesem Lebensstil kein Interesse mehr hat, da seine "Seele nach Licht strebt".
Belästigung zu Beginn seiner Karriere und "Koffer voller Geld"
In Erinnerung an den Beginn seiner Popularität im Alter von 14 bis 15 Jahren bestätigte Zholud, dass er von erwachsenen Männern aus dem Showgeschäft belästigt wurde. Er behauptet jedoch, er sei ein "wendiger Junge" gewesen und habe gewusst, wie man solche Kontakte filtert, ohne Intimität um seiner Karriere willen zuzustimmen.
Gleichzeitig verbirgt er nicht, dass er teure Geschenke angenommen hat. Es gab einen Fall, in dem ein männlicher Fan ihm einfach ein Päckchen mit 10.000 Dollar brachte. Später erhielt Roma sogar Anrufe von Fernsehsendern, die damit drohten, seine Karriere zu beenden, wenn er nicht mit bestimmten einflussreichen Personen "abhänge".
Der Tod der Mutter und der Konflikt mit dem Vater
Die letzten Jahre wurden von familiären Tragödien überschattet. Romas Mutter starb, und der Blogger gab zu, dass er zu diesem Zeitpunkt wegen seiner Sucht nicht einmal Geld für die Beerdigung hatte – Fans und eine Freundin halfen, Spenden zu sammeln. Er ist sich sicher, dass seine Mutter glücklich wäre, wenn sie ihn in seinem jetztigen nüchternen Zustand sehen würde.
Roma hat seit etwa fünf Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Vater. Obwohl sein Vater ein wohlhabender Mann ist, behauptet Zholud, dass er sein Geld nie beansprucht hat und seit dem Alter von 16 Jahren für sich selbst sorgte und seiner Mutter half. Sein Vater sprach nach dem Tod seiner Mutter nicht einmal sein Beileid aus, was für Roma ein schwerer Schlag war. Dennoch schreibt der Blogger weiterhin Glückwünsche an seinen Vater zu den Feiertagen, obwohl er keine Antworten erhält.
Pläne: Musik und Regie von Papa Sley
Jetzt konzentriert sich Roma Zholud auf kreative Transformation. Unter dem Pseudonym veröffentlichte er ein englischsprachiges Rock-Elektronikalbum Papa Slay. Er beendet außerdem sein zweites Buch "Überleben in einem Bordell" – eine fiktive Geschichte über den Sohn eines Oligarchen, der in eine Drogenumgebung gerät.
Roma träumt außerdem davon, an der Moskauer Filmschule Regie zu werden, und brennt vor der Idee, im Zentrum Moskaus (im Gorki-Park) eine extreme Attraktion zu errichten, inspiriert von seiner kindlichen Liebe zu Freizeitparks.
Trotz allem, was er erlebt hat, versucht Roma, optimistisch zu bleiben. Er ist mit einem Mädchen namens Sveta zusammen, schätzt die "nüchterne Ausstrahlung" und glaubt, dass jeder Schicksalsschlag ihn erwachsen werden lässt. Seine Hauptmotivation ist jetzt Sport und Kreativität, die ihm helfen, mit dem "Dopaminloch" der Vergangenheit umzugehen.
Video (Podcast) mit Roma Zholud ansehen
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