Am 13. Dezember 2024 wurde Maria Kalesnikava, eine der Anführerinnen des belarussischen Protests 2020, infolge eines groß angelegten Austauschs freigelassen. Nach mehr als vier Jahren Haft, darunter 19 Monate vollständige Isolation, gab sie Yuri Dud ihr erstes ausführliches Video-Interview. Kolesnikova sprach darüber, wie sie im System überlebt hat, das sie einen "Fleischwolf" nennt, warum sie den zerrissenen Pass nicht bereut und warum sie heute einen Dialog mit Lukaschenko fordert, um diejenigen zu retten, die im Gefängnis bleiben.
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Erfahrungen im "absoluten Mittelalter"
Maria beschreibt das belarussische Gefängnis als einen Ort, an dem Menschenrechte fehlen völlig, und die Bedingungen der Eindämmung stecken in der Vergangenheit fest. In der Kolonie begegnete sie Zwangsarbeit: Gefangene nähen Uniformen für die Polizei und erhalten dafür etwa 25 Euro pro Monat. Maria hatte eine klare "rote Linie" – sie war bereit, in die Strafzelle zu gehen, aber würde sich weigern, Kleidung für das russische Militär zu nähen.
Kolesnikova verbrachte einen bedeutenden Teil ihrer Haftstrafe in Einzelhaft (PKT) und Strafanstalt, wo kaltes Wasser nur noch annehmbar war. Trotz der Isolation sorgte sie für sich selbst strenge DisziplinIch praktizierte jeden Tag 4,5 Stunden Yoga und ging 10.000 Schritte auf einem zweimal drei Meter großen Feld. Ihr zufolge war es körperliche Aktivität und innere Freiheit von Hass, die ihr halfen, sich nicht als Opfer zu fühlen.
Operation am Rande des Todes
Im Jahr 2022 war Maria aufgrund eines perforierten Geschwürs in kritischem Zustand, obwohl sie zuvor keine Magenprobleme hatte. Sie hielt mehrere Stunden auf dem Boden in der Strafzellebevor die Verwaltung beschloss, einen Krankenwagen zu rufen. Kolesnikova wurde in einem zivilen Krankenhaus gerettet und betont, dass dieser Vorfall für sie eine Lehre war: selbst in einem unmenschlichen System Es gibt Menschen, die bereit sind, einen Schritt zu machen und das Leben eines anderen zu retten.
Die Legende vom Pass und der Blase des Diktators
Maria rekonstruierte im September 2020 detailliert die Chronik ihrer Entführung und des versuchten Zwangsabschiebungsversuchs. Um in Belarus zu bleiben, hat sie Ich habe meinen Pass zerrissen direkt im Auto der Sicherheitskräfte in der neutralen Zone an der Grenze zur Ukraine. Ironischerweise kommentierte sie die Gerüchte, dass Aliaksandr Lukaschenko angeblich glaubte, sie habe das Dokument "gegessen". Für sie ist das ein Indikator dafür, dass Diktatoren leben Künstliche Informationsblase, das von loyalen Sicherheitsbeamten erstellt wurde.
Haltung zum Krieg und zu Putin
Kolesnikova bezeichnet die Ereignisse in der Ukraine offen als Katastrophe und erklärt, dass der Krieg wurde von Russland begonnen. Während des Austauschs landete sie in Tschernihiw und versteckte sich persönlich in einem Luftschutzbunker, was ihr ein klares Verständnis für das Grauen dessen gab, was geschah. Sie gibt Wladimir Putin die Schuld am Tod von Menschen. Sie drückte auch tiefen Respekt für die belarussischen Freiwilligen aus, die für die Ukraine kämpfen, und hob hervor, dass sie bereit sind, ihr Leben für die Freiheit zu geben.
Warum fordert Kolesnikova einen Dialog?
Einer der eindrucksvollsten Teile des Interviews waren Marias Worte über die Notwendigkeit von Verhandlungen mit Lukaschenka. Sie argumentiert, dass zumindest 1300 politische Gefangenedessen Leben in Gefahr ist.
• Der Zweck des Dialogs: die Befreiung des Volkes, das Ende der Repression und die Rückkehr des Landes aus der Isolation.
• Moralische Wahl: Kolesnikowa greift auf die Philosophie von Andrei Sacharow zurück und glaubt, dass moralische Entscheidungen langfristig die einzigen richtigen sind, auch wenn sie unpopulär erscheinen.
Pläne für die Zukunft
Maria plant nicht, ein öffentliches Amt zu bekleiden und nennt sich selbst Politischer Aktivistund nicht ein klassischer Politiker, der nach Macht strebt. Sie beabsichtigt, Folgendes zu tun:
1. Kulturelle ProjekteUm "Brücken zu bauen".
2. Hilfe für die Belarussen um Isolation zu überwinden und Unterdrückung zu beenden.
3. Kreatives Geschäft in Berlin, um für sein Leben zu sorgen.
Marias Haupttraum ist um in das freie Belarus zurückzukehren, wo "die Vernunft eines Tages siegen wird".
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