Im Zeitalter des goldenen Hollywoods, in dem die Fassaden idealer Männlichkeit strenger als Staatsgeheimnisse gehütet wurden, wurde Anthony Perkins zum Symbol verborgenen Kampfes. Groß, schlank, mit durchdringendem Blick und nervösem Lächeln eroberte er in den 1950er Jahren die Leinwände als neuer Matine-Idol – der Erbe von James Dean. Doch hinter den Kulissen war sein Leben voller Schatten: Perkins war schwul in einer Welt, in der das Wort eine Karriere zerstören konnte. Er hasste seine Orientierung, versuchte zu "heilen" und gründete schließlich eine Familie, um sich vor sich selbst zu verstecken. Dies ist die Geschichte einer Tragödie, die damals typisch war.
Schon in seiner Jugend war sich Perkins seiner Homosexualität bewusst und litt darunter. Nach dem Tod seines Vaters im Alter von fünf Jahren wuchs er umgeben von Frauen auf, was, wie er selbst sagte, den inneren Konflikt verstärkte. Im College war er sogar mit dem Ausschluss einer Gruppe schwuler Studenten verbunden. Bis zum Ende seiner Dreißiger hatte er ausschließlich sexuelle Erfahrungen mit Männern. Zu seinen Partnern zählen Legenden Hollywoods und der Kunstwelt: der Schauspieler Tab Hunter (eine leidenschaftliche Romanze Ende der 1950er Jahre, mit geheimen Treffen und Doppeldates als Tarnung), der große Balletttänzer Rudolf Nurejew (eine intensive, aber kurze Romanze in den 1960er Jahren, als Nurejew nach seiner Flucht aus der UdSSR im Westen bereits zu einer Sensation geworden war; ihre Beziehung war voller Leidenschaft und typisch für Geheimniskrämerei), Tänzer Grover Dale (eine lange Beziehung in den 1960er Jahren), Komponist Stephen Sondheim und andere.
Paramount, das ihn unter Vertrag nahm, sah in ihm "den letzten Matina-Idol" und kämpfte aktiv gegen das "Problem". Seine Vorgesetzten zwangen ihn, seine Affären (auch mit Hunter) zu beenden und sich einer Konversionstherapie zu unterziehen. Perkins hasste seine Orientierung und betrachtete sie als eine "Krankheit". In den 1970er Jahren wandte er sich an die Psychoanalytikerin Mildred Newman, die argumentierte, dass Homosexualität "geheilt" werden könne. Die Therapie beinhaltete sogar Elektroschock, eine brutale Methode, die später von Perkins' Freunden, darunter Sondheim, als "unethisch und gefährlich" verurteilt wurde. Seinen ersten Sex hatte er erst im Alter von 39 Jahren mit einer Frau – mit der Schauspielerin Victoria Principal am Set.
Im Alter von 41 Jahren, 1973, heiratete Perkins unerwartet den Fotografen Berry Berenson, der 16 Jahre jünger war als er. Sie ist seit ihrer Kindheit in ihn verliebt und hat aktiv eine Beziehung gesucht. Die Ehe schockierte seine Freunde: Viele wussten von seiner Homosexualität und sahen darin einen Versuch, eine "normale" Fassade zu schaffen. Berenson gab später zu, dass sie naiv war und den Subtext nicht verstand, obwohl Perkins ihr von der Vergangenheit erzählte. Das Paar hatte zwei Söhne – Oz (Regisseur von "Langbein") und Elvis (Musiker). Laut den Memoiren der Verwandten war Perkins ein liebevoller Vater und Ehemann, doch das Thema seiner Orientierung blieb in der Familie tabu.
Sein Sohn Oz sagte später, sein Vater sei "schwul oder bisexuell" gewesen und habe ein Doppelleben geführt in einer Zeit, in der es unmöglich war, offen zu sein. Konversionstherapie veränderte das Wesentliche nicht – sie fügte nur Schmerzen hinzu. Perkins starb 1992 an den Folgen von AIDS, ohne sich jemals öffentlich aus dem Schrank zu outen. Seine Geschichte spiegelt die Grausamkeit Hollywoods in den 1950er und 1970er Jahren wider, als talentierte Menschen unter dem Druck der "Normalität" zusammenbrachen.
Wie man so schön sagt: Du kannst nicht vor dir selbst davonlaufen.

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