В Германии крайне правые силы популярнее, чем когда-либо. 6 сентября «Альтернатива для Германии» (AfD) получила 43,8% голосов в земле Саксония-Анхальт, показав лучший результат на выборах в Германии со времен Второй мировой войны.
Das zentrale Paradox der modernen deutschen Politik bleibt die Person der Co-Vorsitzenden der ultrarechten Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) Alice Weidel. Als Kanzlerkandidatin und Gesicht einer Partei, die eine harte migrations- und LGBT+-feindliche Agenda verfolgt, führt Weidel selbst einen Lebensstil, der den ideologischen Dogmen ihrer eigenen Organisation direkt widerspricht. Das erinnert doch sehr stark an jemanden oder etwas. Nicht wahr?
Alice Weidel lebt offen lesbisch und in einer eingetragenen Partnerschaft. Ihre rechtmäßige Lebenspartnerin ist eine Immigrantin, eine gebürtige Sri-Lankerin.
Gemeinsam ziehen sie zwei Adoptivkinder groß. Und die Krönung dieser Heuchelei: Die Verfechterin „deutscher Größe“ und der Reinheit der Nation zieht es selbst vor, nicht in ihrer deutschen Heimat zu leben, sondern hat sich komfortabel in der Schweiz niedergelassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Privatleben im Widerspruch zur Parteilinie
Alice Weidel lebt offen lesbisch. Seit 2009 lebt sie in einer eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaft mit Sarah Bossard — einer Filmproduzentin, die in Sri Lanka geboren und als Kind von einer Schweizer Familie adoptiert wurde. Gemeinsam ziehen sie zwei Söhne groß. Ihre Familie lebt in der Schweizer Gemeinde Einsiedeln, während Weidel in Berlin arbeitet und in Deutschland gemeldet ist.
Gleichzeitig vertritt das offizielle Programm der AfD Werte, die den Grundpfeilern von Weidels Beziehung widersprechen:
- Familienbild: Das Parteiprogramm der AfD definiert Familie offiziell ausschließlich als traditionelle Gemeinschaft von Vater, Mutter und Kindern.
- LGBT+-Rechte: Die Partei lehnt die Gleichstellung der Ehe („Ehe für alle“) sowie eine Ausweitung der Rechte der LGBT+-Gemeinschaft entschieden ab.
- Bildung: Die AfD fordert ein vollständiges Verbot von Programmen zur Sexualaufklärung und Unterricht über sexuelle Vielfalt an Schulen.
Weidel selbst erklärt, lediglich eingetragene Lebenspartnerschaften zu unterstützen, lehnt jedoch die vollwertige gleichgeschlechtliche Ehe ab. Zur Rechtfertigung ihrer Position beruft sie sich auf die These „Familie ist dort, wo Kinder sind“ und erklärt zugleich, sie werde niemanden mit „Genderideologie“ oder frühzeitiger Sexualaufklärung an ihre Kinder heranlassen.
2. Ehe mit einer Migrantin vor dem Hintergrund des Kampfes gegen Migration
Die zweite Ebene der Widersprüche ist der harte migrationsfeindliche Kurs der AfD. Die Partei gründete ihre Popularität auf Forderungen nach „Remigration“ (Massendeportationen), der Einstellung von Sozialleistungen für Ausländer und einer drastischen Begrenzung der Einreise.
Dabei stammt Weidels eingetragene Lebenspartnerin aus Sri Lanka, und das Familienleben der Anführerin der deutschen Nationalisten spielt sich außerhalb Deutschlands ab – in der Schweiz.
3. Das „Feigenblatt“ und politisches Kalkül
Menschenrechtsaktivisten und Experten bezeichnen Weidel als „perfektes Feigenblatt“ für die Ultrarechten. Wie die Gründerin der europäischen LGBTQ-Menschenrechtsorganisation EQUAL PostOst Ewelina Tschaika feststellt, nutzt die AfD Weidel zynisch als Trumpfkarte: Wird der Partei Fremdenfeindlichkeit, Rassismus oder Homophobie vorgeworfen, präsentiert die Führung eine offen lesbische Frau mit einer Partnerin ausländischer Herkunft als „Beweis für Vielfalt“.
Nach Einschätzung von Menschenrechtsaktivisten sind Weidels Verhalten und ihr Auftreten Ausdruck zynischen politischen Kalküls und einer „Illusion der Immunität“. Queere Personen in Machtpositionen, die homophobe Rhetorik verwenden, glauben häufig aufrichtig, ihre hohe Stellung werde sie persönlich vor den repressiven Maßnahmen ihrer eigenen Partei schützen.
4. Manipulation mit Angst: „Der Islam als größte Bedrohung“
Auf Fragen, wie sich ihre Identität mit der Führungsrolle in einer Anti-LGBT+-Partei vereinbaren lässt, antwortet Weidel mit einer paradoxen Behauptung: Sie sei in der AfD wegen und nicht trotz ihrer Homosexualität.
Weidel verbreitet das Narrativ, dass die größte Bedrohung für Schwule und Lesben in Deutschland nicht die rechtsextreme Ideologie ihrer Parteikollegen sei, sondern die Masseneinwanderung und „muslimische Banden“. Indem sie den Fokus auf antiislamische Rhetorik verlagert, rechtfertigt sie die Annäherung an ultrarechte Kräfte, die Einschränkungen der Rechte sexueller Minderheiten vorantreiben.
Alice Weidel genießt alle Vorzüge eines liberalen Rechtsstaats, die Rechte auf eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft und die internationale Mobilität in der Schweiz. Doch auf der politischen Bühne Deutschlands führt sie eine Bewegung an, deren Sieg Zehntausenden anderen Menschen genau diese Rechte zu nehmen droht.
Das Dritte Reich und die AfD
Die Behauptung, die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) sei von Nationalsozialisten gegründet worden, ist historisch falsch. Die Partei wurde von angesehenen Ökonomen, Professoren und Juristen mit gemäßigt konservativen Ansichten gegründet. Die Parteigründer riefen sie ausschließlich ins Leben, um Kritik am Euro zu üben. Doch bereits zwischen 2015 und 2017 wurden die Intellektuellen vollständig aus der Parteiführung verdrängt. Innerhalb der AfD übernahmen radikale Nationalpopulisten die Macht und verlagerten den Schwerpunkt auf eine rigorose migrationsfeindliche und ethnisch ausgerichtete Agenda.
In den 13 Jahren ihres Bestehens ist die Partei an den äußersten rechten Rand gerückt, biedert sich bei Neonazis an und bedient sich verbotener Rhetorik. In der deutschen Gesellschaft wird sie daher häufig nicht nur als populistische, sondern als neofaschistische Kraft bezeichnet.
Auch mehrere Schlüsselfiguren der Partei verwenden ganz offen eine Sprache, die auf die Zeit des Dritten Reiches anspielt.
Björn Höcke (einer der einflussreichsten AfD-Politiker und Vorsitzender des Thüringer Landesverbands) wurde wegen der wissentlichen Verwendung der verbotenen nationalsozialistischen SA-Parole („Alles für Deutschland!“) gerichtlich zu einer Geldstrafe verurteilt. Ein deutsches Gericht hat außerdem offiziell erlaubt, Höcke öffentlich als „Faschisten“ zu bezeichnen.
Alexander Gauland (ehemaliger Parteivorsitzender) erklärte öffentlich, die Zeit des Nationalsozialismus sei lediglich ein „Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“, was eine Welle der Empörung auslöste.
Deutschland hat seine Demokratie über Jahrzehnte hinweg auf der Anerkennung und Sühne der Schuld für Hitlers Verbrechen aufgebaut. Die heutige AfD (insbesondere ihre ostdeutschen Landesverbände) bekämpft dies offiziell und bezeichnet die staatliche Politik als „Schuldkult“. Sie fordert, den Holocaust im Schulunterricht weniger ausführlich zu behandeln und die „Verunglimpfung“ der deutschen Geschichte zu beenden.
Geheime Verbindungen zu Neonazis. Anfang 2024 deckten die investigativen Journalisten von Correctiv Informationen über ein geheimes Treffen von AfD-Funktionären mit bekannten rechtsextremen Aktivisten in Potsdam auf. Bei diesem Treffen wurde ein Plan zur „Remigration“ erörtert – zur Zwangsdeportation von Millionen Menschen, darunter auch deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund. In der Öffentlichkeit wurden dabei unmittelbar Parallelen zu den Plänen der Nationalsozialisten in den 1930er-Jahren gezogen.
Offizielle Einstufung als extremistisch. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) stuft die Jugendorganisation der AfD sowie deren Landesverbände in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt wie als „gesichert rechtsextremistische Bestrebungen“ ein. Die Partei selbst steht auf Bundesebene offiziell unter Extremismusverdacht.
Wir empfehlen folgende Lektüre:
Ein Beitrag von The Insider über das politische Wirken und Leben von Alice Weidel
Ein Artikel von The Times of India über das politische Porträt von Alice Weidel
Eine ausführliche Biografie von Alice Weidel auf Wikipedia
Artikel von El País über das Phänomen und die Widersprüche der AfD-Vorsitzenden
Überblick des Indian Express über den politischen Erfolg der Partei und ihre Vorsitzende
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