Der Debüt-Spielfilm unter der Regie und dem Drehbuch von Adrian Chiarella Levitikus ist nicht nur ein weiteres Repräsentativ des Horrorgenres, sondern eine tiefgründige, bewegende Erkundung von Trauma, Sexualität und Heilung. Die Handlung spielt in einer abgelegenen christlichen Gemeinde Australiens, in der der industrielle Verfall mit verknüpften sozialen Einstellungen koexistiert. Der Film "Leviticus" wurde am 19. Juni in den Kinos veröffentlicht.
Inhaltsverzeichnis
Handlung: Zwischen Zärtlichkeit und Verbot
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei Teenager, Naim (Joe Bird) und Ryan (Stacy Clausen). Naim ist ein ruhiger und introvertierter junger Mann, der kürzlich mit seiner Mutter in diese Gegend gezogen ist, deren Rolle von Mia Wasikowska gespielt wird, wodurch das Bild mit einer "unterirdischen Bedrohung" erfüllt wird. Ryan hingegen ist ein charismatischer und wagemutiger Provokateur, der zum Initiator ihrer Annäherung wird.
Ihre Beziehung beginnt mit einer jugendlichen Rebellion innerhalb der Mauern einer verlassenen Mühle, wo sich grobes Spiel zum ersten verbotenen Kuss entwickelt. Doch Naims Eifersucht auf seinen Klassenkameraden führt zu einem Verrat, der eine Kette schrecklicher Ereignisse auslöst. Die Familien der Jungen wenden sich an den "Minister der Befreiung" für ein Reinigungsritual, eine grausame Form der Konversionstherapie, die selbst die Verkörperung von Horror ist.
Metapher als zentrales Element
Wie die besten Vertreter des Genres verwendet Levitikus meisterhaft Horror als Metapher. In diesem Film ist es das pseudo-christliche Ritual und nicht die gegenseitige Anziehung der Figuren, das unsichtbare Dämonen heraufbeschwört.
Der Autor untersucht, wie die äußere Umgebung etwas Reines und Besonderes "bösartig" machen kann und wie die Angst vor Intimität innere Monster hervorbringen kann.
Chiarella vermeidet übermäßige Grausamkeit und standardmäßige Jumpscares und setzt auf Atmosphäre und psychologische Spannung. Stilistisch ruft der Film Assoziationen mit Filmen wie Es folgt und "Lächeln", dank des Bildes einer gespenstischen Entität, die mit der Wahrnehmung der Realität der Figuren spielt.
Schauspiel und Finale
Kritiker heben besonders die Chemie zwischen den Hauptdarstellern hervor. Joe Bird vermittelt überzeugend die Verletzlichkeit und den Schmerz seiner Figur, während Stacy Clausen jede Szene als magnetischer und gefährlicher Ryan stiehlt. Gemeinsam machen sie die Geschichte junger queerer Liebe sowohl transzendent als auch beängstigend.
Das Ende des Films mag umstritten erscheinen, doch für viele wird es nach all den Prüfungen, die die Figuren durchgemacht haben, zu einem echten "Balsam". Er lässt Raum für Hoffnung und Optimismus und argumentiert, dass jeder das Recht hat, seinen eigenen Weg zu wählen, trotz der Missbilligung anderer.
Levitikus ist ein wichtiger und aktueller Film, der uns daran erinnert, dass die Dämonen darin etwas sind, womit jeder umgehen muss, aber die Wahrheit, die man in einander findet, die beste Waffe gegen sie sein kann.

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