In den vergangenen fünf Jahren haben russische Gerichte Urteile erlassen 52 Sätze im Fall von "Fake Dates" – die Praxis, dass Angreifer LGBTQ-Personen über Dating-Apps zu einem Treffen locken, um dann zu schlagen, zu berauben oder zu erpressen. Trotz Hunderten von Opfern werden echte Strafverfahren selten eingeleitet, und die Angreifer selbst spüren oft ihre Straflosigkeit aufgrund homophober Gesetze und der Position der Strafverfolgungsbehörden.
Wie das System funktioniert
Angreifer nutzen beliebte Plattformen wie Hornet (in der Russischen Föderation blockiert und aus dem AppStore entfernt) oder Bot "Daivinchik". Das Szenario ist meist dasselbe: Das Opfer wird zu einem Date eingeladen, aber eine Gruppe von Leuten trifft ihn sofort. Opfer werden geschlagen, gefesselt, gefilmt und unter der Androhung von "Outing" – also der Weitergabe von Informationen über ihre Orientierung an Angehörige oder Kollegen – Geld gefordert.
Die Motive der Angreifer variieren:
- Wirtschaftliche Vorteile: Viele Kriminelle suchen nach leichtem Geld, in der Hoffnung, dass Schwule nicht zur Polizei gehen.
- Ideologie: einige ahmen den Neonazi Maxim Martsinkevich (Tesak) nach und organisieren eine "Pädophilenjagd", selbst wenn deren Opfer erwachsen sind.
- Religiöse Überzeugungen: im Nordkaukasus und unter Migrationsgemeinschaften wird Gewalt oft durch den "Schutz von Werten" und den Kampf gegen "falsche Lebensweisen" gerechtfertigt.
Warum die Polizei inaktiv ist (oder teilnimmt)
Statistiken zeigen, dass nach Einführung von Gesetzen zum Verbot von "LGBT-Propaganda" und der Anerkennung der "internationalen LGBT-Bewegung" als extremistisch die Opfer begannen, die Polizei seltener zu kontaktieren: Wenn dies 2022 20 % taten, dann 2024 — Nur 12%.
Selbst wenn Anträge eingereicht werden, weigern sich Strafverfolgungsbeamte oft, Verfahren einzuleiten. Es gibt Fälle, in denen die Polizei selbst Erpressung organisiert hat. So forderte beispielsweise 2024 ein Polizeikapitän in Nalchik 515.000 Rubel von einem schwulen Mann und drohte ihm mit einem Fall von "Extremismus". In einem anderen Fall weigerte sich ein Ermittler in St. Petersburg, einen Fall zum Tod eines 21-jährigen Mannes zu eröffnen, der nach einem Ruf nach Geld aus einem Fenster fiel, mit der Begründung, er könnte ein "Parkour-Liebhaber" sein.
Sicherheit in einer geschlossenen Umgebung
Die queere Community in Russland wird immer geschlossener. Die Kommunikation erfolgt über private Chats, die nur garantiert zugänglich sind. Wer weiterhin offene Apps nutzt, versucht, Sicherheitsprotokolle einzuhalten: Informationen über den Gesprächspartner zu überprüfen und Freunde über den Treffpunkt zu informieren. Wie die Opfer selbst anmerken, gibt staatliche Rhetorik Kriminellen jedoch eine "Gewaltnachlassenheit" und lässt die Menschen sich wehrlos fühlen.
Sie können die vollständige Version dieser Untersuchung mit den Geschichten der Opfer, einer Analyse der richterlichen Praxis und Expertenkommentaren lesen. auf der Website der Publikation "Vyorstka".

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