Am 1. März 2026 wurde im Asilzoekerscentrum (AZC) in Leiden, Niederlande, eine 24-jährige transgender Frau namens Danial, die aus Syrien gekommen war, um Asyl zu suchen, im Zentrum brutal von einer ihrer Nachbarn angegriffen. Der Angreifer jagte sie eine halbe Stunde lang mit einem Messer in der Hand. Der Angriff fand in der Gemeinschaftsküche statt, wo er sie mehrmals ins Gesicht und Kopf stach. Danial versuchte, sich im Zimmer einer weiteren Bewohnerin des Zentrums, einer afrikanischen Frau mit drei kleinen Kindern, zu verstecken. Doch der Angreifer griff sie weiter an und ließ sie schließlich bewusstlos mit blutigem Gesicht zurück.
Während des Angriffs schrie der Täter Beleidigungen: "Du dreckiger Schwein! Du bist nutzlos! Du wirst dafür bezahlen! Du bist schmutzig und unrein!" Der Zeuge rief um Hilfe, aber andere Bewohner des Zentrums und der Sicherheitsdienst griffen nicht ein. Erst als Danial, blutend, allein zum Check-in-Schalter ging und eine Blutspur hinterließ, rief die Sicherheit schließlich die Polizei.
Danial stand unter Schock und hatte sichtbare Verletzungen – sie hat einen großen, halbmondförmigen Kratzer im Gesicht. Sie und ihre Mitbewohnerin fühlen sich nun ständig in Gefahr, da sie nicht wissen, wer draußen vor der Tür wartet.
Hintergrund: Ignorierte Warnungen
Das war kein plötzlicher Vorfall. Zwei Tage zuvor, am 27. Februar 2026, hatte Danial bereits die Belästigung desselben Mannes bei der Central Reception Agency (COA) und dem Sicherheitsdienst gemeldet. Er begrapschte sie im Aufzug und beging sexuelle Gewalt. Die Wachen reagierten jedoch gleichgültig und sagten, dass eine Ansprache des Angreifers nur "seine Aggression erhöhen" würde. Am Tag des Angriffs fragte er Danial, warum sie keinen Sex mit ihm haben wolle ("Weil ich hässlich bin?") und drohte sofort: "Dann mache ich dich auch hässlich."
Systemprobleme in AZC
Das Zentrum in Leiden befindet sich in einem ehemaligen Bürogebäude und ist für die Notfallversorgung vorgesehen. Es gibt einen speziellen Raum für LGBT+-Asylsuchende, aber das löst das Problem nicht. Mitglieder der LGBT+-Community sind regelmäßig Diskriminierung ausgesetzt: verbale Beleidigungen, Spucken auf den Boden und andere Formen der Ablehnung durch die Mehrheit der Bewohner. Der COA minimiert diese Beschwerden oft, indem er sie nicht ernst nimmt.
Sandro Kortekaas, Vorsitzender von LGBT Asylum Support, das LGBT+-Flüchtlinge unterstützt, betont: "Signale gefährlicher Situationen werden oft nicht ernst genommen. Die Regierung tut zu wenig, um einen sicheren Zufluchtsort zu bieten." Er weist darauf hin, dass ein kürzlich erschienener Antrag der JA21-Partei im Parlament separate Vormundschaften für LGBT+-Personen verbietet und stattdessen die Festnahme von Verstößen vorschlägt. Aber was, wenn Homophobie von der Mehrheit der Bewohner ausgeht?
Reaktionen und Aufrufe zum Handeln
Nach dem Vorfall schickten Aktivisten einen offiziellen Brief an den Asyl- und Migrationsminister der Niederlande und forderten ein Treffen mit den Opfern und Vertretern der LGBT-Gemeinschaft.
Der Brief betont die Notwendigkeit zu:
- Verbindliche Reaktion auf Beschwerden über Gewalt und Drohungen.
- unabhängige Untersuchung der Handlungen der Wachen,
- Stärkung der Schutzmaßnahmen für LGBT+-Asylsuchende,
- Schaffung sicherer, separater Räume,
Die Niederlande gelten traditionell als eines der fortschrittlichsten Länder Europas im Bereich der LGBT+-Rechte. Menschenrechtsaktivisten weisen jedoch darauf hin, dass die Situation von LGBT-Flüchtlingen in Haftzentren weiterhin verwundbar ist. Menschen, die vor Verfolgung in ihren Heimatländern fliehen, sehen sich oft Aggressionen anderer Asylsuchender ausgesetzt, die aus Bundesstaaten mit hohem Maß an Homophobie und Transphobie kommen.
Der Fall in Leiden hat erneut die Frage aufgeworfen: Tut der Staat genug, um die verletzlichsten Gruppen im Flüchtlingsaufnahmesystem zu schützen?

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