Lange Zeit galt es als axiomatisch: Jede neue Generation ist liberaler als die vorherige. Jüngste Daten aus den Vereinigten Staaten werfen jedoch Zweifel daran. Forscher der Northwestern University haben einen unerwarteten Trend festgestellt: Das Ausmaß von "anti-schwulen Vorurteilen" nimmt unter jungen Menschen zu.
Lasst uns herausfinden, warum Zoomer (und diejenigen, die ihnen folgen) plötzlich dem Konservatismus zuwandten und wie die "Regenbogenagenda" zum Opfer des Kampfes gegen das System wurde.
Inhaltsverzeichnis
Was ist passiert?
Kurz gesagt: Die Unterstützung für die LGBT-Bewegung in den Vereinigten Staaten erreichte 2020 ihren Höhepunkt und nimmt seitdem stetig ab. Das Überraschendste an diesem Prozess ist, wer den Ton angibt. Laut Forschungs-Preprint Professor Tessa Charlesworth, nämlich Junge Menschen unter 25 Jahren zeigen den deutlichsten Anstieg negativer Einstellungen gegenüber Homosexualität.
Dieser Wandel hat sogar diejenigen beeinträchtigt, die sich Liberale nennen. Laut den Autoren des Werks ist diese Dynamik einzigartig: Keine andere soziale Bewegung unserer Zeit hat eine so scharfe "Rückkehr" erlebt.
Warum passiert das? Die Version der Forscher: "Covid und Unternehmen sind schuld"
In einem Aufsatz für eine Zeitung New York Times Professor Charlesworth stellte fest, dass "soziale Instabilität" und "anti-systemische Einstellungen" die Hauptfaktoren für den Einstellungswandel seien. Der Professor nennt mehrere Gründe, warum junge Menschen begannen, sich auf die Ideen der Inklusion "abzukühlen":
Soziale Instabilität
Die COVID-19-Pandemie und die Wirtschaftskrise haben die Bühne für Sündenbockbildung* unter marginalisierten Gruppen bereitet.
"Im Gegenzug hat diese anti-schwule Bewegung viele ihrer Instrumente eingesetzt, darunter auch die Sündenbockbildung.", sagte der Professor in einem Kommentar zu Die Lösung.
Der "Anti-Establishment"-Effekt
Die Unterstützung von LGBT-Personen ist Teil des Mainstreams geworden. Als Unternehmen und staatliche Institutionen begannen, die "Regenbogen"-Agenda aktiv zu fördern, wurde sie zunehmend als Teil der offiziellen Ideologie wahrgenommen.
Protestwahl
Laut Charlesworth haben die anti-systemischen Stimmungen junger Menschen (der Wunsch, gegen die Regeln zu verstoßen) diesen Bereich automatisch erfasst, seit die "pro-schwule" Position zentristisch und systemisch geworden ist.
Merkwürdigerweise beschränkt sich dieser Rückschlag nicht nur auf Einstellungen zur Orientierung. Charlesworth weist auf die "weitverbreitete Reaktion" junger Menschen gegen progressive Ideen in vielen Bereichen hin, von Rasse und Einstellungen zu Behinderungen bis hin zu Wahrnehmungen von Gewicht und Alter.
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Aber es gibt eine andere Meinung: Vielleicht handelt es sich um eine Frage der "terminologischen Drift"
Nicht alle Wissenschaftler sind sich einig, dass junge Menschen plötzlich begannen, "Schwule" im klassischen Sinne des Wortes zu hassen. Forscher Forest Romm weist darauf hin, dass das Konzept der "LGBT-Unterstützung" im Jahr 2026 sich stark von dem unterscheidet, was es vor zehn Jahren war.
Romm ist der Ansicht, dass Fragebögen aufgrund des sogenannten "interpretativen Drifts" ein verzerrtes Ergebnis liefern können. Kurz gesagt:
• Früher bedeutete "pro-schwul" zu sein, das Recht der Menschen auf Privatsphäre und Nichtdiskriminierung zu unterstützen.
• Heute hat sich der Begriff zu einem "ideologischen Paket" entwickelt, das kontroverse Fragen der Geschlechtsidentität (z. B. die Teilnahme von trans Frauen am Frauensport) und sogar geopolitische Positionen umfasst.
Als Beispiel nennt Romm bei Prides Slogans wie "Lesben für Gaza". Ihrer Meinung nach können junge Menschen "anti-schwule" Gefühle zeigen, nicht wegen Feindseligkeit gegenüber der Orientierung selbst, sondern weil sie nicht bereit sind, der gesamten Liste radikaler politischer Forderungen nachzufolgen, die nun mit dem Paket einhergehen.
Kritik an der "moralischen Panik"
Jennifer Morse, Präsidentin des Ruth Institute, ist noch härter. Morse ist ausgebildeter Ökonom und ehemaliger Forscher Hoover Institution an der Stanford University. Sie schrieb Mehrere Bücher Über Sex und Familie.
Jennifer Morse wirft den Autoren der Studie Voreingenommenheit vor und weist darauf hin, dass sie zunächst von dieser Haltung ausgehen "Pro-schwul zu sein ist gut, aber anti-schwul ist schlecht".
Morse betont, dass Wissenschaftler den Begriff "moralische Panik" verwenden, wenn sie über die Bedenken der Eltern hinsichtlich der Sexualisierung von Kindern in Schulen sprechen. Ihrer Meinung nach stigmatisiert ein solcher Sprachgebrauch Menschen mit konservativen Ansichten im Voraus, anstatt ihre wirklichen Ängste zu analysieren.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Wenn die Daten der Northwestern University bestätigt werden, erleben wir einen massiven kulturellen Wandel. Die Generation, die als "die toleranteste der Geschichte" gelten sollte, beginnt, sich gegen "von oben auferlegte Werte" zu erheben" (aus ihrer Sicht).
Und dann funktionieren die alten Methoden, die soziale Agenda durch Unternehmensberichte und verpflichtende Schulungen zu fördern, für junge Menschen nicht mehr – und haben vielleicht sogar den gegenteiligen Effekt.
*Edition von The Fix Klarstellung, warum Schwule als Sündenböcke angesehen werden, wenn Unternehmen ebenfalls wachsende Unterstützung für die LGBT-Bewegung zeigen
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