Der ehemalige französische Premierminister Gabriel Attal veröffentlichte seine Memoiren, in denen er ehrlich über seine Beziehung zu Stéphane Séjourne sprach. Als Reaktion darauf erhielt er eine Welle von Homophobie – und scheint seine Präsidentschaftskampagne gestartet zu haben.
In Paris wurde ein Buch veröffentlicht, auf das alle, die dem Schicksal des "Macronismus" folgen, erwarteten. Gabriel Attal, der bis vor kurzem als "politisches Wunderkind" und "Mini-Macron" bezeichnet wurde, präsentierte ein Werk namens "Ein freier Mann zu sein" (Être un homme libre).
Doch anstatt über Staatsverschuldung oder Bildungsreform zu sprechen, spricht Frankreich über einen neuen Ausbruch von Hass in den sozialen Medien. Der Journalist Denis Kataev besuchte die Präsentation und berichtete, dass die französische "Toleranz" endet, wenn ein Politiker entscheidet, zu aufrichtig zu sein.
Inhaltsverzeichnis
Worum geht es in diesem Buch?
Dies ist nicht nur ein Bericht über die in der Regierung geleistete Arbeit. Attal versuchte, ein menschliches Porträt von Macht zu zeichnen. Der am meisten diskutierte Teil ist seine Beziehung zu dem ehemaligen Außenminister Stéphane Séjournet.
Obwohl fast jeder in Frankreich von ihrer Verbindung (und der anschließenden Trennung) wusste, war Attal der Erste, der sie "von innen heraus" beschrieb. Er sprach darüber, wie schwierig es ist, den Status einer zweiten Person im Bundesstaat zu verbinden und das Recht auf Privatsphäre zu wahren, wenn Boulevardzeitungen und politische Gegner jeden Schritt beobachten.
Was geschah nach der Veröffentlichung?
Sobald Fragmente des Buches im Netzwerk erschienen, fiel eine Flut homophober Beleidigungen auf Attal nieder. Vor allem von Anhängern der extremen Rechten und radikalen Konservativen.
Das Etikett mit dem Namen des Politikers war mit einer Hassrede gefüllt. Gegner warfen ihm "Narzissmus" vor und versuchten, mit "persönlichen Details" von den eigentlichen Problemen des Landes abzulenken.
Attal selbst war jedoch bereit für einen solchen Empfang. Wie Denis Kataev anmerkt, wirkte der Politiker bei der Präsentation selbstbewusst. Für ihn ist dieses Buch eine Möglichkeit, seine Biografie vor einem möglichen Durchbruch im Élysée-Palast zu "normalisieren".

Warum ist das wichtig für die Zukunft Frankreichs?
Gabriel Attal ist einer der beliebtesten Politiker des Landes. Viele sehen ihn als den natürlichen Nachfolger von Emmanuel Macron bei den Wahlen 2027.
Indem Attal ein solches Buch veröffentlicht, spielt es seiner Zeit voraus. Er erzählt seine eigene Geschichte und lässt keinen Raum für "sensationelle Enthüllungen" von kompromittierenden Gruppen.
Die Reaktion auf das Buch zeigte, dass Frankreich immer noch tief gespalten ist. Während Paris über das Recht auf Meinungsfreiheit diskutiert, zeigen die Provinzen und die rechten Vororte strikte Intoleranz.
Für Attal war dieser Skandal eine Art Feuertaufe. Wenn er dieser Hasswelle standhält und seine Einschaltquoten hält, wird das beweisen, dass Frankreich bereit ist für den ersten offen schwulen Präsidenten. Wenn die Belästigung seine Popularität beeinträchtigt, müssen die Macronisten nach einem anderen Kandidaten suchen.

0 Kommentare
Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein, und wir senden Ihnen einen einmaligen Code. Keine Passwörter oder Konten.
Code gesendet an
Wenn die E-Mail nicht innerhalb weniger Minuten in Ihrem Posteingang erscheint, überprüfen Sie Ihren Spam-, Spam- oder Promotions-Ordner, da manche E-Mail-Dienste versehentlich automatisierte Nachrichten dort platzieren