In Europa hat der Trend zu Natürlichkeit und "bärischer" Ästhetik die jahrzehntelang vorherrschende Mode für einen perfekt glatten Körper ersetzt. Jetzt geben Männer, die lieber Haare entfernen, zu, dass sie unter Druck und sogar Beschämung erfahren. Lassen Sie uns herausfinden, wie sich die Maßstäbe der Männlichkeit verändert haben.
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Von "Castro-Klonen" bis zur "sterilen" Reinheit der 90er Jahre
Einstellungen zu Körperbehaarung in der queeren Kultur waren schon immer ein Indikator für einen breiteren gesellschaftlichen Wandel. In 1970er Jahre dominiert von der "Castro-Klon"-Ästhetik – ein hypermaskulines Bild der Arbeiterklasse: eng anliegende Levi's-Jeans, karierte Hemden, Schnurrbarte, Koteletten und natürlich Deutlich behaarte Brust.
Die Situation änderte sich in den 1980er Jahren dramatisch. Der Aufstieg der Fitnessstudio-Kultur und die Mode für einen haarlosen Körper wurden insbesondere zu einer Reaktion auf die AIDS-Krise: Viele versuchten, so "gesund" und gepflegt wie möglich auszusehen.
Dieser "glatte" Standard setzte sich in den 90er und frühen 2000er Jahren durch und wurde zum Markenzeichen großer Tanzpartys (Circuit Parties), bei denen Wachs alles von Brusthaaren bis Bauchhaaren entfernte.
Zurück zu den Wurzeln
Seit etwa 15 Jahren wird das Gegenteil beobachtet. In großen Metropolregionen begann die schwule Gemeinschaft massiv zurück zu Bärten und natürlichem Haar auf dem Körper. Soziale Netzwerke haben diesen Trend beschleunigt: Konten wie Der bärtige Homo machte das Bild eines Mannes mit dichtem Haar zu einem neuen Maßstab, und die Eigenschaften von "Bären" und "Ottern" wurden selbst von denen übernommen, die sich zuvor nicht als Teil dieser Subkulturen betrachteten.
Heutzutage ist es in Schwulenclubs von Brooklyn bis Silverlake viel einfacher, einen Mann mit einer "unbeugsamen Mähne" unter einem Tanktop hervorschauen zu treffen als einen Mann mit perfekt rasiertem Oberkörper. Als Antwort auf ein Selfie mit der Frage "Soll ich mich rasieren?" antworten Social-Media-Nutzer jetzt fast einstimmig: "Nein", "Niemals" und "Denk nicht mal daran".
Soll ich mir die Brust rasieren???
— Dillon Riley (@gymdiver101) 11. Juli 2025
Warum der Gloss zu spät war
Kürzlich veröffentlichte das GQ-Magazin einen Artikel mit der Überschrift "Haarige Brüste sind wieder sexy." Für die schwule Community erscheint diese Aussage jedoch um mindestens ein Jahrzehnt veraltet.
Während Mainstream-Werbung und Kino im echten Leben oft verlangen, dass Schauspieler "babyähnlich" sind, haben sich die Standards längst geändert. Selbst Stars wie Jonathan Bailey halten es nicht mehr für notwendig, Haare für Modeshootings loszuwerden.

Eine neue Art von Beschämung
Ein Nebeneffekt der Mode für Natürlichkeit war Vorurteile gegenüber denen, die sich noch lieber rasieren möchten. Der Autor des Artikels, Johnny Lopez, merkt an, dass Männer, die heute mit einem Rasiermesser ihren Körper pflegen, Kritik ausgesetzt sind, die er mit "Bottom Shaming" vergleicht.
Es gab einen Vorfall auf einer Poolparty, bei dem die Entscheidung eines Mannes, sich Brusthaare zu schneiden, bei einem anderen Gast Aggression auslöste, der sagte: "Ich bin ein Mann, und Männer haben Körperhaare." Lopez betont die Ironie der Situation: Oft betreiben dieselben Menschen, die das Rasieren ihrer Brüste ablehnen, viel Mühe unter der Dusche, um in anderen Bereichen perfekte Glätte zu erreichen.
Persönliche Wahl vs. öffentliche Erwartungen
Hacks-Schauspieler Johnny Sybilly gibt zu, dass er sich lange unter Druck gesetzt fühlte, sich die Brusthaare zu schneiden, bis er das erkannte sollte nicht zulassen, dass die Gedanken anderer seine Selbstfürsorge dominieren.
Am Ende sind sich Experten und Podiumsteilnehmer in einem Punkt einig: Der Trend der behaarten Brust ist eine positive Akzeptanz des eigenen Körpers, sollte aber nicht zu einem Werkzeug für Mobbing werden. Persönlicher Komfort und das Recht, den Trimmer still zu benutzen Sollte eine Priorität bleiben, egal was das nächste Modemagazin als sexy bezeichnet.

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