In London gewinnt das Projekt "M.E.N. for Men" an Popularität – eine männliche Striptease-Show, die von Schwulen speziell für ein schwules Publikum geschaffen wurde. Seine Schöpfer und Teilnehmer argumentieren, dass der Markt schon lange keine "schwule Version von Magic Mike" hat, in der Künstler sie selbst sein können und die Zuschauer keine Angst vor Urteil oder unerwünschten Berührungen haben können. Wir erklären Ihnen, wie die technische Seite solcher Aufführungen funktioniert, wie sich das männliche Publikum vom weiblichen unterscheidet und warum auf der Bühne Elektrowerkzeuge gebraucht werden.
Warum reicht normaler Striptease nicht aus?
Schöpfungsidee «M.E.N. für Männer» entstand aus der Erkenntnis, dass klassische männliche Stripserien fast ausschließlich Frauen ansprechen. Die Organisatoren des Projekts verbrachten mehr als ein Jahr damit, zu untersuchen, warum diese Lücke in der Branche besteht. Laut ihnen ist die Wahrnehmung männlicher Nacktheit durch schwule Männer und heterosexuelle Frauen sehr unterschiedlich: Was einer Frau Angst macht oder "ekelhaft" erscheint, wirkt für ein schwules Publikum "heiß".
Viele der Tänzer der Show arbeiteten früher in traditionellen Stripclubs oder nahmen sogar an Castings für den berühmten "Magic Mike" teil. Laut den Künstlern mussten sie an solchen Orten oft ein "falsches Gefühl von Fantasie für Frauen" schaffen, um ihre wahre Identität zu verbergen. Im Rahmen von M.E.N. for Men erhielten sie die Möglichkeit, völlig offen über ihre Sexualität zu sprechen.
Einwilligungsarmbänder und "keine Handys"
Eines der Hauptmerkmale der Show ist das strenge Regelwerk, das darauf abzielt, das Wohlbefinden sowohl des Publikums als auch der Künstler zu gewährleisten. Vor Beginn der Aufführung erhalten die Gäste Armbänder in verschiedenen Farben:
- Grün bedeutet die Bereitschaft des Betrachters, aktiv mit Künstlern teilzunehmen und mit ihnen zu interagieren.
- Rot Signale, dass eine Person lieber nur beobachtet und nicht berührt werden möchte.
Der Moderator der Sendung kündigt vor Beginn immer zwei Hauptregeln an: das Verbot der Nutzung von Mobiltelefonen und die Priorität der Einwilligung. Der Slogan der Sendung lautet "Einwilligung ist sexy".
Schwule Männer zeigen Stripperinnen auf Junggesellinnenabschieden oft mehr Respekt als Frauen, sagen die Veranstalter. Letztere verhalten sich oft so, als hätten sie "das Recht", die Tänzer ohne Zustimmung zu berühren.
Die technische Seite: wie es funktioniert
Die Darstellungen in "M.E.N. for Men" zeichnen sich durch ein hohes Maß an Offenheit aus. Während die meisten Tänzer lieber Sportler oder durchsichtige Dessous tragen, entscheiden sich manche Künstler für vollständige Nacktheit.
Fit auf der Bühne zu bleiben bedeutet nicht nur Training, sondern auch das Kennen spezifischer beruflicher Geheimnisse. Um beim Tanzen eine Erektion aufrechtzuerhalten, verwenden Künstler die "Binden"-Methode. Dazu werden industrielle Gummistreifen oder spezielle Vakuumpumpen verwendet, mit denen man das Blut mehrere Minuten lang im Penis halten kann. Die Künstler geben zu, dass sich während des Tanzes aufgrund des Adrenalins das Blut im ganzen Körper verteilt, sodass es schwierig sein kann, den "richtigen Zustand" für den Auftritt auf die Bühne vorzubereiten.
"Daddy Bear" und extreme Zahlen
Die Show versucht, das Publikum nicht nur mit Körpern, sondern auch mit komplexen Darbietungen zu überraschen. Einer der klügsten Teilnehmer des Projekts tritt unter dem Künstlernamen auf Papa Bär (Papa Bär). Seine Nummer geht weit über das übliche Ausziehen hinaus: Der Künstler benutzt in seiner Performance Elektrowerkzeuge, zum Beispiel einen Bohrer mit einer speziellen Düse, und ist auch an einer Feuershow beteiligt (Feuerblasen).
Laut "Daddy Bear" kann er im normalen Leben ein ängstlicher oder nervöser Mensch sein, aber auf der Bühne fühlt er sich sicher, das gesamte Publikum "zu schockieren, zu begeistern oder einfach zu verwirren".
Besetzung und Atmosphäre
Ein Team für ein solches Projekt zu finden, war nicht einfach. Neben visueller Attraktivität und Tanzfähigkeiten müssen Künstler auch Charisma besitzen und zur Gemeinschaft gehören (schwule und pansexuelle Personen nehmen an der Show teil).
Die Energie der Show unterscheidet sich grundlegend von traditionellen Aufführungen vor weiblichem Publikum. Wenn Frauen dazu neigen, laut zu schreien und eine gewalttätige Reaktion zu zeigen, verhalten sich männliche Zuschauer anfangs zurückhaltender und "tough", da für viele von ihnen dieses Format eine Neuheit ist. Die Veranstalter weisen jedoch darauf hin, dass sich das Publikum mit der Zeit entspannt und die Show sich in einen Raum der "endlosen Ausschweifungen" im besten Sinne des Wortes verwandelt.

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