Dieses Buch handelt von Gewalt in Flüchtlingslagern, der Suche nach einer neuen Identität und der Zurückhaltung, ein "professionelles Opfer" zu sein
Der Schriftsteller und Dramatiker Sergey Davydov, der nach der Veröffentlichung seines Debütromans "Springfield" weltweite Berühmtheit erlangte, präsentierte sein neues Werk – Mittlerer Westen. Das Buch, veröffentlicht am 25. Juni bei Freedom Letters, beschreibt die Erfahrungen der Auswanderung, das Leben in deutschen Flüchtlingslagern und den Versuch des Autors, seine russische Identität in einer neuen Realität zu verstehen.
Worum geht es in diesem Buch?
"Midwest" ist im Genre geschrieben Autofiktion, wo reale biografische Ereignisse mit Fiktion verflochten sind. Im Zentrum der Geschichte steht das Leben von Davydov selbst, nachdem er vor vier Jahren nach Deutschland gezogen ist. Der Autor spricht offen und poetisch über:
- Beziehungen mit ihrem deutschen Verlobten Jasper.
- Hartes Leben: Geldmangel und die Erfahrung mit Gewalt in Flüchtlingslagern.
- Visueller Code: Davydov selbst nennt "Mittleren Westen" eher Kunstprojektnicht nur ein literarisches Werk, denn Fotos (einschließlich oben ohne Fotos des Autors auf dem Cover), Illustrationen von Tatiana Raut und sogar Screenshots von WhatsApp-Korrespondenz sind ein wichtiger Teil des Textes geworden.
Warum hat Davydov Russland verlassen?
Die Karriere des Dramatikers in Russland endete tatsächlich im April 2022, als die Premiere seines Stücks "Ronaldo wird niemals meine Großmutter fangen" "aus technischen Gründen" abgesagt wurde. Davor wurden seine Werke im ganzen Land aufgeführt, und das Stück "Republik" wurde in die lange Liste der Goldenen Maske aufgenommen. Der Autor selbst gibt zu, dass er das Land nicht wegen eines "guten Lebens" verlassen hat, sondern weil "die Polizei zu seinem Haus zu kommen begann" und er keine Gelegenheit hatte, ehrlich kreativ zu sein.
"Ich will kein professionelles Opfer sein"
Eines der zentralen Themen im Interview mit Midvest und Davydov ist die Ablehnung des Opferstatus. Der Autor betont, dass er nicht über seine eigene oder die Trauer anderer spekulieren möchte, sondern sie mit einer "Krankheit" vergleichen.
- Über die Identität: Davydov bezeichnet sich weiterhin als "Russe" und beabsichtigt nicht, die Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation aufzugeben, da er betont, dass diese von Russland und dem Volk gegründet wurde und nicht von den Staatsbehörden.
- Über das "Erweitern" von sich selbst: Das Leben in Deutschland ersetzt laut Autor nicht die alte Identität, sondern fügt eine neue hinzu. Heute besucht Davydov die Evangelisch-Lutherische Kirche, die ihm nicht nur hilft, spirituelle Unterstützung zu finden, sondern auch die Sprache durch das Singen von Hymnen zu lernen.
Warum es wichtig ist
Für Davydov war das Schreiben von "Midvest" eine "moralische Leistung", die notwendig war, um menschliche Erfahrungen festzuhalten, die "beschrieben werden muss". Das Buch fängt einen einzigartigen Moment der Kollision zweier Welten ein: die Vergangenheit im industriellen Togliatti (wo sein erster Roman "Springfield" spielt) und die Gegenwart in einem Flüchtlingszentrum mit vielen Containern.
Von Worte Seine Hauptaufgabe ist es, das zu tun, was er für "ehrlich und notwendig" hält, ohne sich an die Erwartungen des Publikums oder die Erfolgsstrategie anzupassen.

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